Österreich: Geschichte

Die Gebiete des heutigen Österreichs wurden seit der Mittelsteinzeit besiedelt, was zahlreiche Funde belegen, wie zum Beispiel die berühmte Venus von Willendorf. In der Antike wurde das Territorium von der römischen Armee besetzt und die römische Provinz Regnum Noricum geschaffen, die den Großteil des heutigen Österreichs umfasste. Im 2. Jahrhundert drangen zuerst Goten, Slawen und Awaren, dann im 6. Jahrhundert Bajuwaren in die Gebiete. Die Bajuwaren richteten hier eine Markgrafschaft ein, die bis zum 12. Jahrhundert dem Herzogtum unterstand und von Babenberger regiert wurde. Das Territorium lag im Osten des bayerischen Gebiets und bekam daher den Namen Osterland (Ostarrichi oder Austria). Im Jahre 1156 erhob der Kaiser Friedrich I. Barbarossa die Markgrafschaft zu einem unabhängigen Herzogtum. Dieses Jahr gilt als Entstehungsjahr Österreichs. Nach dem Aussterben der Babenberger-Dynastie übernahmen im Jahre 1278 die Habsburger die Herrschaft über Österreich. Im 14. Jahrhundert erweiterten sie ihre Besitztümer um Kärnten, Krain, Tirol und weitere Gebiete bis zu den Ostalpen, wobei Österreich aber in einzelne Ländereien unterteilt war, die nur auf Grund der dynastischen Verbindungen eine Einheit bildeten. Erst dem deutsch-römischen Kaiser Friedrich III. gelang es, Österreich wieder zu vereinen.
 
Im 16. Jahrhundert griff das Osmanische Reich Österreich an. Die erbitterten Kämpfe dauerten mit Unterbrechungen fast 200 Jahre, die durch die Armee von Eugen von Savoyen schließlich im Jahre 1718 beendet werden konnten. Nach dem Erbfolgekrieg festigte Maria Theresia ihre Positionen und führte zahlreiche Reformen durch, die die Zentralgewalt im Staat deutlich verstärkten. Die Entwicklung Österreichs wurde durch den Angriff Napoleons gebremst, der Franz II. zwang die Kaiserkrone des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation niederzulegen, was im Jahre 1806 das Ende des Reiches markierte. Obwohl Österreich nach der Niederlage Napoleons den größten Teil seiner Gebiete zurückerhielt, durchlebte es eine Zeit der wirtschaftlichen Schwierigkeiten und eine Begrenzung der politischen Freiheiten. Nur durch die Einmischung von Russland und Polen konnte sich die Monarchie nach der Revolution im Jahre 1848 retten. Jedoch nach der Niederlage des Deutschen Bundes unter der Führung von Österreich gegen Preußen verlor Österreich seine Vormachtstellung in Westeuropa. Durch die Gründung einer Doppelmonarchie mit Ungarn im Jahre 1867 versuchte Kaiser Franz Joseph I. Österreich wieder zu einem der mächtigsten Länder in Europa zu machen. In Überschätzung seiner Macht führte er das Land in den 1. Weltkrieg. Grund für den Beginn des Krieges war die Ermordung des Erzherzogs Franz Ferdinand und seiner Frau Sophie Chotek am 28. Juni 1914 in Sarajewo.
 
Die Niederlage in diesem Krieg führte zur Absetzung der Habsburger und zum Zerfall von Österreich-Ungarn. Der Nachfolger von Franz Joseph I. Kaiser Karl I. verzichtete am 11. November 1918 nach nur zwei Jahren Regierungszeit auf die Krone und am nächsten Tag wurde durch die Provisorische Nationalversammlung von Deutschösterreich die Republik ausgerufen. In den 30-er Jahren verbreitete sich eine faschistische Ideologie in Österreich, wodurch Hitler mit offenem Druck auf die Regierung den Anschluss Österreichs an das Dritte Reich durchsetzen konnte. Als Bestandteil des Dritten Reiches nahm Österreich am 2. Weltkrieg teil. Nach dem Kriegsende wurde die Eigenständigkeit von Österreich juristisch wiederhergestellt, jedoch unter der Kontrolle der Siegermächte. Das Land war bis 1955 in 4 Besatzungszonen aufgeteilt. Am 26. Oktober 1955 erklärte der Nationalrat die Neutralität des Landes als einen der Grundpfeiler der Außenpolitik. Dieser Tag wird heute als Nationalfeiertag in Österreich gefeiert. Seit 1955 ist Österreich ein vollständiges Mitglied der internationalen Gemeinschaft, was sich in Beitritt zu zahlreichen Organisationen (UNO, EU, OSZE...) zeigt.