Albanien: Geschichte

Das Gebiet des heutigen Albanien wurde bereits in der Altsteinzeit besiedelt. Ausgrabungen brachten zahlreiche Siedlungsorte zu Tage, zum Beispiel die Höhle bei Konispol. In der Eisenzeit wurde die Urbevölkerung durch indogermanische Stämme assimiliert, was zu Entstehung der Illyrer führte. Seit dem 6. Jahrhundert v.Chr. gründeten die Griechen mehrere Kolonien an der Mittelmeerküste (Apollonia, Butrint, Durrës u.a.), von wo aus sie den südlichen Teil Albaniens besiedelten. Der nördliche Teil des Landes blieb in illyrischer Hand. Kriegerische Illyrer führten seit dem 3. Jahrhundert v.Chr. Kämpfe gegen Rom, verloren jedoch die entscheidende Schlacht im Jahre 167 v.Chr. Entgültig wurde Albanien im Jahre 27 v.Chr. in das Römische Reich integriert. Nach dem Zerfall des Römischen Imperiums im 4. Jahrhundert fiel Albanien an Byzanz.
 
Im Frühmittelalter verwüsteten Awaren, Hunnen und Goten das Land. Im 7. Jahrhundert siedelten slawische Völker in den Gebieten. Die Schwierigkeiten von Byzanz bei der Verteidigung seiner Randgebiete, schwächten die Vormachtstellung des Byzantinischen Reiches und Teile Albaniens wurden zeitweise durch Bulgaren, Serben und Normannen besetzt. Im 15. Jahrhundert gewann das Osmanische Reich die Oberherrschaft in der Region. Erst im Jahre 1912 erlangte Albanien seine Unabhängigkeit. In den 20-er Jahren fiel Albanien in politische und wirtschaftliche Abhängigkeit von Italien, das nach dem Ausbruch des 2. Weltkrieges das Land besetzte. Nach der Kapitulation Italiens marschierten deutsche Truppen in Albanien ein.
 
Nach dem 2. Weltkrieg übernahmen die Kommunisten unter Enver Hoxha die Macht im Land und Albanien grenzte sich außenpolitisch von der westlichen Welt ab. Es erfolgte ein Religionsverbot und eine Verstaatlichung der Wirtschaft. Erst Ende des 20. Jahrhunderts erfolgte eine politische und wirtschaftliche Öffnung des Landes. Wichtige Demokratisierungsprozesse wurden eingeleitet und im Jahre 2009 stellte Albanien einen Antrag auf EU-Mitgliedschaft.