Architektur der Antike

Während der Antike entwickelte man die Errungenschaften der Architektur der Frühgeschichte weiter. Zuerst wurden im antiken Griechenland einzelne Gebäude durch Straßen getrennt. Auf diese Weise entstand eine neue Form der Siedlung – ein Stadtstaat. Er besaß unterschiedliche Gebäudetypen: Tempel, Akropolis, Theater, Gymnasium u.a. Außerdem schufen die griechischen Architekten die wichtigsten zusammenhängenden architektonischen Kompositionen: dorische, ionische und korinthische Ordnungen, die von den Römern übernommen und erweitert wurden.

Im antiken Rom führten die militärischen Ambitionen des Reiches zur Entwicklung von Militärbauten (Festung, Kastrum, Stadtbefestigung…) und Verkehrsbauwerken (Brücken, Aquädukte, Straßen). Eine bedeutende Rolle spielte bei der Errichtung der ansehnlichen Bauwerke die Verwendung von Beton, die die Produktionskosten beachtlich senkte. Es wurden komplexe architektonische Ensemble und öffentliche Gebäude (Thetaer, Amphitheater, Basilika) errichtet, die eine große Menge Menschen aufnehmen konnten. Die größeren Städte besaßen mehrstöckige Häuser für ärmere Bevölkerungsschichten. Die reichen Bürger bewohnten prachtvolle Paläste, die nicht selten eine schwere und überladene Dekoration aufwiesen.

Seit dem 4. Jahrhundert zeichnete sich der Niedergang des Römischen Imperiums ab und es wurde immer weniger in die Architektur investiert. Die Verbreitung des Christentums erforderte jedoch neue Bauwerke. Die frühchristlichen Bauten waren auf Grund eines Mangels an Mitteln aus billigen Materialien gebaut und zeigten ein eher bescheidendenes Aussehen. Die meistverbreitete Form war die Basilika oder seltener der Zentralbau. Eine hochwertige Marmorverkleidung konnte man sich nicht leisten und sie wurde daher durch Wandmalereien ersetzt. In vielen Gebieten ging die fortschrittliche Baukunst der Antike verloren, wie zum Beispiel der Kuppelbau. Beim Errichten des Mausoleums für den ostgotischen König Theoderich in Ravenna hat man einen Steinbrocken von 300 Tonnen Gewicht ausgehöhlt, um eine Kuppel zu schaffen. Erst nach vielen Versuchen und Ausprobieren gelang es im Mittelalter einen weiteren Schritt in der Entwicklung der Architektur zu machen.