Architektur der Frühgeschichte

Die ältesten architektonischen Zeugnisse aus der Kykladenkultur sind bescheidene Gräber auf der Insel Naxos. Die wirklichen Anfänge der Architektur der frühgeschichtlichen Epoche befinden sich auf der Mittelmeerinsel Kreta. Bis zum 2. Jahrtausend v.Chr. lebten die Bewohner der Insel vom Handel und der Landwirtschaft, ohne sich deutlich von ihren Nachbarn auf dem Festland oder anderen Inseln zu unterscheiden. Zu Beginn des 2. Jahrtausends v.Chr. entstand hier eine Zivilisation, deren Zentren die so genannten Paläste bildeten. Die ersten Paläste Knossos, Phaistos und Malia wurden in relativ kurzer Zeit errichtet. Diese Bauwerke sind nicht erhalten geblieben, da um 1700 v.Chr. alle Paläste zerstört wurden. Hundert Jahre später wurden auf dem gleichen Platz neue, noch größere und prachtvollere Paläste errichtet.

Diese so genannten Paläste stellten einen riesigen Gebäudekomplex dar. Sie waren um einen großen Zentralhof organisiert. Um diesen Hof befanden sich zahlreiche (ca. 1000) Gebäude aus Ziegel und Stein, die manchmal 5 Stockwerke erreichten. Die einzelnen Zimmer waren von eher bescheidenen Ausmaßen, jedoch mehrere Öffnungen, Belüftungsschächte und Treppen, sowie üppige Wandmalereien schufen den Eindruck größerer Räume. Die Wände wurden aus sorgfältig bearbeiteten Steinen errichtet, die Säulen allerdings waren aus Holz. Ihre originale Form ist einzigartig in der europäischen Architektur. Ebenfalls selten ist die absolute Bedeutungslosigkeit der Außenansicht, da imposante Hauptgebäude und breite Treppen durch Nebengebäude und Werkstätten zum größten Teil versteckt wurden.

Ein Erdbeben auf der Insel Santorin im 17. Jahrhundert v.Chr. und ein Tsunami nach diesem Erdbeben schwächten diese großartige Kultur. Um 1430 v.Chr. eroberten die Mykener vom griechischen Festland aus Kreta und zerstörten die Paläste.

Die Mykenische Zivilisation entwickelte sich ursprünglich im Südosten des heutigen Griechenlands ungefähr zur gleichen Zeit, wie die minoische Kultur. Ihre Blüte erreichte sie um 1300 v.Chr. In dieser Zeit entstanden beeindruckende Bauwerke aus bearbeiteten Steinen. Die mykenischen Baumeister konzentrierten sich jedoch verstärkt auf Verteidigungsmöglichkeiten und schufen erste Festungen mit Befestigungsmauern aus Steinblöcken, die nicht selten ein Gewicht von 12 Tonnen erreichten. Die wichtigste Siedlung befand sich in Mykene, die der gesamten Kultur ihren Namen gab. Weitere bedeutende Städte waren Tiryns, Athen und Pylos.