Aserbaidschan: Kultur

Während seiner Jahrtausende langen Geschichte waren die Gebiete des heutigen Aserbaidschan türkischen und persischen Einflüssen ausgesetzt. Dies wird vor allem in den Bereichen der Architektur und der Literatur sichtbar. Im Mittelalter war Aserbaidschan ein bedeutendes Zentrum der persischen Dichtkunst, das sich durch ihre komplexe und bildreiche Sprache auszeichnete. Die wichtigsten Vertreter dieser Schule waren Nizami (um 1141 – um 1205) und Khaqani (1120 – 1190). Aus der gleichen Zeit stammen auch die architektonischen Meisterwerke: der Jungfrauenturm in Baku, die Runde Burg von Mardakan, die Moschee und die Gulistan-Festung in Shamakhi...
 
Im 15. Jahrhundert wurde die Hauptstadt der Schirwan-Schahs von Shamakhi nach Baku verlegt, wovon heute noch eine großartige Palastanlage zeugt. Im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts wurde Aserbaidschan dem russischen Reich angeschlossen. Nicht ohne Einfluss der russischen Kultur entwickelte sich die schriftliche aserbaidschanische Literatur und das Theater (Axundov, Axverdov...) Der Ölboom im 19. Jahrhundert zog zahlreiche ausländische Investoren nach Baku, die ihre Stadthäuser im neugotischen und Jugendstil errichten ließen.
 
Nach der Machtübernahme durch die Kommunisten verließen die europäischen Firmen das Land und alle bedeutenden Gebäude wurden verstaatlicht. Da die Sowjetische Macht der Kultur eine besondere Bedeutung verlieh, wurden die Künste in Aserbaidschan verstärkt gefördert. Im Jahre 1920 eröffnete das Dramatische Theater, 1924 das Opern- und Balletthaus und 1926 wurde die erste Radiosendung übertragen.