Bosnien-Herzegowina: Geschichte

Das Gebiet des heutigen Bosnien-Herzegowina wurde bereits in der Altsteinzeit besiedelt. Später entstand in der Ebene des Flusses Željeznica die hochentwickelte jungsteinzeitliche Kultur von Butmir, die einige Gemeinsamkeiten mit der minoischen Zivilisation aufweist. Während der Frühgeschichte wurden diese Gebiete von den Illyrern besiedelt, die im 1. Jahrhundert an das Römische Reich fielen.
 
Nach dem Zerfall des Römischen Imperiums setzte sich auf diesem Territorium Byzanz durch. Im 6. / 7. Jahrhundert drangen die Slawen ein und beherrschten weitgehend die Gebiete des heutigen Bosnien-Herzegowina. Im Frühmittelalter entstanden hier erste Fürstentümer, die oft ihre Oberherrscher wechselten, führten jedoch seit dem 12. Jahrhundert eine eigenständige Politik durch. Im 14. Jahrhundert erweiterten sich die Grenzen des Landes auf Grund der Eroberung von Nachbargebieten, das sich seit 1377 als Königreich bezeichnete. Bereits Ende des Jahrhunderts häuften sich die Überfälle osmanischer Türken, die im Jahre 1463 Bosnien und 1482 auch Herzegowina einnahmen.
 
Bis zum Jahre 1908 blieb das Land offiziell unter osmanischer Herrschaft, tatsächlich verloren die Osmanen aber die Kontrolle über die Gebiete nach den Aufständen bosnischer Serben im Jahre 1876. Nach dem Beschluss des Berliner Kongresses wurden Bosnien und Herzegowina im Jahre 1878 unter österreichisch-ungarische Verwaltung gestellt und im Jahre 1908 durch Österreich-Ungarn annektiert. Die Einverleibung dieser Gebiete löste eine tiefgreifende internationale Krise aus, die nach der Ermordung des österreichischen Erzherzogs Ferdinand zum 1. Weltkrieg führte. Nach dem Krieg gingen Bosnien und Herzegowina an Jugoslawien.
 
Während des 2. Weltkrieges wurden die Gebiete von Deutschland und Italien besetzt und in den Unabhängigen Staat Kroatien integriert. Nach dem Krieg riefen Bosnien und Herzegowina einen eigenen Staat aus, wurden jedoch im Jahre 1946 als Teilstaat der Volksrepublik Jugoslawien eingegliedert. Nach dem Zerfall Jugoslawien im Jahre 1991 erklärte sich Bosnien-Herzegowina zu einem souveränen Staat. Diese Entscheidung führte zur Verschärfung der ethnischen Konflikte zwischen serbischen und kroatischen Volksgruppen, die in einen Krieg mündeten und bis zum Herbst 1995 andauerten. Erst nach dem Einschreiten der internationalen Gemeinschaft war es möglich, diese Konflikte zu beenden und einen Friedensvertrag abzuschließen. Nach diesem Vertrag setzt sich Bosnien-Herzegowina aus zwei Teilrepubliken zusammen, der Serbischen Republik und der Föderation von Bosnien und Herzegowina.

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