Bosnien-Herzegowina: Kultur

Die Kultur Bosnien-Herzegowinas stellt eine Synthese aus altrömischen, byzantinischen, slawischen und türkischen Einflüssen dar. Die ältesten Zeugnisse der Literatur wiesen religiöse Inhalte auf. Auch nach der Besetzung durch das Osmanische Reich setzte sich die literarische Tätigkeit in kirchlichen Gemeinden weiter. Die muslimischen Schriftsteller schrieben oft in arabischer, türkische oder kroatischer Sprache. Im 19. Jahrhundert spiegelten sich die gesellschaftlichen Veränderungen auch in der Literatur wieder. Eine besondere Rolle spielte dabei der Franziskaner Ivo Franjo Jukic, der die erste literarische Zeitschrift in Bosnien-Herzegowina herausgab. Das 20. Jahrhundert brachte mehrere herausragende Schriftsteller hervor, darunter der Nobelpreisträger Ivo Andrić und das Mitglied der Akademie der Wissenschaften und Künste Bosnien-Herzegowinas Mehmed Meša Selimović.

Die Architektur Bosnien-Herzegowinas konnte in ihrer Entwicklung auf antike Vorbilder zurückgreifen. Aus dieser Epoche sind mehrere Denkmäler erhalten geblieben, wie z.B. das Kastel in Banja Luka. Die Architektur des Mittelalters zeichnet sich durch einfache Bauernhäuser aus natürlichen Materialien aus, sowie zahlreiche Burgen, die der Verteidigung des Gebiets gegen die Türken dienten (Srebrenik, Blagaj, Počitelj). Die Kirchenbauten waren zu dieser Zeit eher von bescheidenen Ausmaßen, wie z.B. die Kapelle in Bobovac. Das geistliche Leben konzentrierte sich in den Klöstern (Franziskanerkloster Kraljeva Sutjeska). Auch während der osmanischen Herrschaft blieben die Klöster wichtig für den christlichen Glauben (Tvrdoš-Kloster). Diese Epoche war durch den Bau von Moscheen, Brücken und typischen Wohnhäusern mit hervorstehendem 1. Stockwerk gekennzeichnet. Bis heute prägen diese Bauwerke das Stadtbild mehrerer Städte Bosnien-Herzegowinas (Travnik, Mostar, Banja Luka, Počitelj). Während der östereichisch-ungarischen Herrschaft dominierte der Historismus in der Architektur. Außer neugotischen und neuklassizistischen Gebäuden wurde auch die islamische Architektur in diesem Stil umgesetzt, wie die Nationalbibliothek in Sarajevo, ein seltenes Beispiel der Orientalisierenden Architektur in Europa.

Foto: bhtourism