Estland: Geschichte

Die dauerhafte Besiedlung des Territoriums des heutigen Estlands erfolgte im 9. Jahrtausend v.Chr. Mitte des 7. Jahrtausends v.Chr. trat die Kunda-Kultur in Erscheinung, gefolgt von der Narwa-Kultur. Im 3. Jahrtausend v.Chr. kamen von Osten finno-ugrische Stämme, die sich mit der Urbevölkerung vermischten und später baltische, germanische und slawische Einflüsse aufnahmen. Aus diesem Volk gingen u.a. die Esten hervor.
 
Zu Beginn des 13. Jahrhunderts drangen von Norden die Dänen und von Süden der Deutsche Orden in die Gebiete ein. Nach dem Livländischen Krieg (1558 - 1583) wurde das Territorium des heutigen Estland zwischen Polen-Litauen, Schweden und Dänemark aufgeteilt. Nach 1645 kam ganz Estland unter schwedische Herrschaft. Im Großen Nordischen Krieg (1700 - 1721) gewann Russland die Vorherrschaft über die Gebiete und teilte sie in das Gouvernement Estland im Norden und das Gouvernement Livland im Süden auf. Nach dem Zerfall des Russischen Imperiums proklamierte Estland im Jahre 1918 ihre Unabhängigkeit.
 
Nach dem Hitler-Stalin-Pakt besetzte die Sowjetunion im Jahre 1940 Estland und integrierte es als Estnische Sowjetische Sozialistische Republik in die UdSSR. Nach dem Zerfall der Sowjetunion war Estland eine der ersten Republiken, die ihre Unabhängigkeit anstrebte. Im Jahre 1991 wurde Estland ein souveräner Staat, der sich aktiv an der europäischen Politik beteiligt. Seit 2004 ist Estland ein Mitglied der Europäischen Union.