Ethnische Zusammensetzung

Die ethnische Zusammensetzung der Bevölkerung Europas ist sehr vielfältig. Sie ist das Resultat sehr komplexer historischer Prozesse, bei denen einzelne Völker ihre Gebiete wechselten, andere Völker vertrieben wurden oder sich in einer anderen Kultur auflösten.

Heute wird ca. 20% des europäischen Gebiets (vor allem Osteuropa) durch Slawen besiedelt. Bedeutend sind auch germanische und romanische Volksgruppen. Außerdem sind einige Gebiete Europas durch Kelten, Balten, Griechen, Albaner u.a. bevölkert.

Traditionell bildeten die ethnischen Gruppen eigene Staaten, die mit nahestehenden Völkern intensive Beziehungen pflegen. So z.B. leben in der Ukraine überwiegend Ukrainer, die mit den zu der gleichen Gruppe der slawischen Völker gehörenden Russen und Weißrussen tiefe kulturelle Gemeinsamkeiten aufweisen. In anderen Fällen ist die Situation jedoch deutlich komplizierter. Das Gebiet des heutigen Frankreich war in der Eisenzeit von Kelten besiedelt. Im 1. Jahrhundert v.Chr. wurden sie von den Römern besiegt und nach und nach übernahmen sie die Kultur der Eroberer, so dass in der modernen französischen Sprache nur ca. 300 keltische Wörter erhalten blieben, die meisten davon geographische Begriffe.

Die Migration und die kulturelle Annäherung der unterschiedlichen Kulturen ist bis heute noch nicht abgeschlossen. In der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts kamen große Bevölkerungsgruppen in Bewegung:

  • Gastarbeiter für den Wiederaufbau nach dem 2. Weltkrieg,
  • Rückkehrer nach der Entkolonisierung,
  • Politische, ethnische oder wirtschaftliche Migranten u.a.