Finnland: Geschichte

Die ersten Spuren menschlicher Besiedlung des heutigen Finnlands gehen auf 8000 v.Chr. zurück. Die systematische Besiedlung des Gebiets geschah jedoch während der frühgeschichtlichen Epoche durch die Samen. Zu Beginn der Antike wurden die Samen nach Norden verdrängt und drei Volksgruppen teilten sich das Territorium:

  • die Finnen im Südwesten
  • die Tavasten im Zentrum
  • die Karelier im Osten

Im Mittelalter versuchten sowohl die Schweden als auch die Nowgoroder die Gebiete unter ihren Einfluss zu bringen. Diese Auseinandersetzung endete im 13. Jahrhundert, als Finnland an Schweden als Herzogtum angegliedert wurde und ein Teil Kareliens an Nowgorod fiel. Der schwedische Teil Finnlands unterlag dem liberalen Recht des Königreichs Schweden und begünstigte die wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung des Landes.
 
Im 16. Jahrhundert verbreitete sich die Reformation in Finnland und im Zuge dieser übersetzte der Bischof von Turku Mikael Agricola das neue Testament auf Finnisch, was als Geburt der literarischen finnischen Sprachen gelten kann. Die folgenden Jahrhunderte zeichneten sich durch ständige Kriege zwischen Schweden und Russland um die Herrschaft in Finnland aus. Im Jahre 1809 eroberte Russland Finnland und gliederte es als ein Großherzogtum an das russische Imperium an, jedoch mit breiten autonomen Rechten. In der Folge verstärkte sich das nationale Bewusstsein in Finnland. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erreichte Finnland die Anerkennung der finnischen Sprache (1863), eine eigene Münze (1965), die Einberufung des finnischen Landtags (1869) und eine eigene Armee (1878).
 
Die Politik der Russifizierung und die Einschränkung der Autonomie durch den Zaren Nikolaus II. stießen auf Widerstand in der Bevölkerung. Nach der Oktoberrevolution 1917 in Russland erklärte der finnische Landtag die Unabhängigkeit des Landes. Das Verhältnis zu Russland blieb jedoch noch viele Jahre schwierig. Die Spannungen fanden ihren Höhepunkt im Finnisch-Sowjetischen Winterkrieg 1939/40, als die Sowjetunion ihre Gebietsansprüche mit Waffengewalt durchsetzte. Im Gegenzug unterstützte Finnland den deutschen Angriff auf die Sowjetunion bis die verlorenen Gebiete zurückgewonnen wurden. Gegen Ende des 2. Weltkrieges beendete Finnland die militärischen Handlungen gegen Russland und schloss sich den Alliierten an.
 
Nach dem Pariser Vertrag 1947 musste Finnland seine rückeroberten Gebiete wieder an Russland abtreten. Seit dieser Zeit pflegte die finnische Regierung freundschaftliche Beziehungen zu allen Nachbarländern und nahm aktiv an internationalen Kooperationen teil. Am 1. Januar 1995 wurde Finnland in die Europäische Union aufgenommen.