Frankreich: Geschichte

Die ersten Spuren menschlicher Besiedlung zeigen sich in der Altsteinzeit. Aus dieser Epoche stammen die berühmten Felsenmalereien in den Höhlen von Lascaux, Arcy-sur-Cure, Chauvet u.a. Die Kultur der Jungsteinzeit hinterließ imposante Megalithen in der Bretagne, Südfrankreich und im Lubéron. Das erste bekannte Volk auf dem Gebiet des heutigen Frankreichs waren die Liguren. Im 5. Jahrhundert v.Chr. wurden sie von den Iberern verdrängt, die aus Spanien kamen und das Territorium zwischen den Pyrenäen und dem Languedoc besetzten. Unter dem Druck von keltischen Einwanderern zogen sie sich in das Gebiet zwischen den Pyrenäen, dem Atlantik und der Garonne zurück.
 
Die Mittelmeerküste wurde von den griechischen Kolonisten aus Phokaia besiedelt. Hier errichteten sie seit dem 6. Jahrhundert v.Chr. mehrere Siedlungen (z.B. Marseille, Agde, Nizza). Unter einer keltischen Bedrohung Anfang des 2. Jahrhunderts v.Chr. riefen die Griechen das Römische Reich zu Hilfe. Die römische Armee nutzte diesen Hilferuf, um die Gebiete unter ihre Kontrolle zu bringen. Bis in die Mitte des 1. Jahrhunderts v.Chr. eroberten die Römer nach und nach das ganze Land und integrierten es in das Römische Reich.
 
Im frühen Mittelalter drangen „Barbaren“ (Allemannen, Franken, Burgunder...) in das römische Gallien ein, bis sich nach dem Zerfall des Römischen Imperiums die Franken unter Chlodwig aus der Dynastie der Merowinger als Herrscher durchsetzten. Die Herrschaft der Merowinger endete im Jahre 751, als der letzte merowingische Herrscher Childerich III. von dem Hausmeier Pippin III. abgesetzt wurde, mit dem die neue Herrscherdynastie der Karolinger entstand. Aus dieser Dynastie stammte auch Karl der Große, der das französische Gebiet auf fast ganz Westeuropa erweiterte. Aus der Reichsteilung unter seinen Erben entstand annähernd das heutige Frankreich.
 
Die Schwächung der karolingischen Dynastie durch häufige Gebietsteilungen und interne Machtkämpfe fand seinen Abschluss im Jahre 987 als Hugo Capet, Graf von Paris, sich zum König wählen ließ. Er wird damit zum Begründer der neuen Dynastie der Kapetinger. Der Tod des letzten Königs aus diesem Geschlecht, der keine direkten Nachkommen hinterließ, stürzte das Land in den 100-jährigen Krieg mit England. Durch das Engagement der Volksheldin Jeanne d’Arc konnte er im Jahre 1453 erfolgreich für das Haus Valois beendet werden. Während der Renaissance verbreitet sich der Protestantismus in Frankreich, was zu heftigen Bürgerkriegen führte, die erst im Jahre 1598 durch Heinrich IV. aus der Dynastie der Bourbonen beendet werden konnten. Seine Nachfolger Ludwig XIII. und Ludwig XIV. verstärkten die Zentralgewalt in Frankreich und brachten dem Land die Vormachtstellung in Europa ein.
 
Seit Mitte des 18. Jahrhunderts durchlebte der Absolutismus in Frankreich eine tiefe Krise, die im Jahre 1789 in der Französischen Revolution mündete und im Jahre 1792 zur Ausrufung der Ersten Republik führte. Dieser Sieg des Bürgertums setzte Signale für die europäische Entwicklung des 19. Jahrhunderts. Selbst die Einrichtung des Kaiserreiches durch Napoleon, die Restauration der Bourbonen und die Julimonarchie konnte die Entwicklung demokratischer Regierungsformen nicht stoppen. Nach der Februarrevolution wurde im Jahre 1848 die Zweite Republik ausgerufen, deren Präsident Louis Napoleon Bonaparte sich aber durch einen Staatsstreich im Jahre 1851 ein Jahr später zum Kaiser wählen ließ. Sein kriegerisches Streben nach der Vormachtstellung in Europa endete im Jahre 1870 nach dem verlorenen Französisch-Preußischer Krieg mit dem Zusammenbruch des Kaiserreiches und der Ausrufung der Dritten Republik.
 
Die Dritte Republik, die Provisorische Regierung nach dem Vichy-Regime, die Vierte und die heutige Fünfte Republik boten sehr unterschiedliche Entwicklungen des Nationalstaates, die aber im Endeffekt zu einer erfolgreichen Entwicklung des Landes führten.

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