Georgien: Kultur

Die georgische Kultur in der Antike entwickelte sich vor allem in den Bereichen des Kunsthandwerkes und der reich verzierten Waffenherstellung. Der Tempelbau zu dieser Zeit ging auf die römische Tradition zurück. Im Frühmittelalter verstärkten sich die byzantinischen Einflüsse und auf den Fundamenten der antiken Tempel wurden Kirchenbauten nach basilikalem Grundriss errichtet. Nicht selten schmückten Fresken die Wände. Zur gleichen Zeit entsteht die georgische Nationalliteratur. Während der Regierung von David des Erbauers und Königin Tamara erlebte Georgien einen kulturellen Aufschwung. In der Architektur traten die Kreuzrippengewölbe in Erscheinung, es entwickelte sich die Ikonenmalerei und die Literatur dieser Zeit erreichte mit dem Versepos Der Recke im Tigerfell von Schota Rustaweli einen Höhepunkt.
 
Nach der Angliederung Georgiens an Russland verstärkten sich die russischen Einflüsse in der Kultur. Viele Intellektuelle studierten in angesehenen Universitäten von Sankt Petersburg, Moskau und Westeuropa, wo sie neue Impulse bekamen. Berühmt sind der Schriftsteller Ilja Tschawtschawadse, der Dichter Akaki Zereteli, der Maler Niko Pirosmani und der Komponist Zacharia Paliaschwili.
 
Anfang des 20. Jahrhunderts entstand in Georgien die Filmindustrie, die sich bemerkenswert entwickelte. Die georgischen Filme zeichnen sich durch die Verwendung von alten Mythen und Sagen als Vorlagen aus, um Parallelen zur Gegenwart herzustellen. Dadurch erlangt der Film eine philosophische Tiefe und zeigt einzelne Situationen oder menschliche Schicksale als Sinnbilder für globale Themen der Menschheitsgeschichte. Die Werke von Tengis Abuladse (Der Baum der Wünsche, Die Reue) und Otar Iosseliani (Die Günstlinge des Mondes, Jagd auf Schmetterlinge...) verdeutlichen dies in einzigartiger Weise.

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