Griechenland: Geschichte

Die ersten bedeutenden frühgeschichtlichen Hochkulturen (Kykladenkultur, Minoische und Mykenische Kultur) auf dem Gebiet des heutigen Griechenlands entstanden in der Bronzezeit (3000 bis 1200 v.Chr.).
 
Im 8. / 6. Jahrhundert v.Chr. konzentrierte sich das Leben in den Städten, die eine staatsähnliche Organisation aufwiesen, je nach Form eine Oligarchie in Sparta, Korinth, Kreta oder eine Demokratie in Athen, Argos u.a. In den zwei nachfolgenden Jahrhunderten erweiterte Athen ihren Einfluss auf umliegende Gebiete, bis sie im Peloponnesischen Krieg Sparta unterlag. Dieser Krieg entkräftete beide Seiten, was sich Makedonien zu Nutze machen konnte. Nach und nach unterwarf Philipp II. von Makedonien ganz Griechenland und eröffnete damit seinem Sohn Alexander eine glorreiche Zukunft. Nach 10 Jahren Eroberungskriegen schuf Alexander der Große ein Imperium, das bis nach Indien reichte. Nach seinem Tod zerfiel jedoch sein Reich in mehrere militärische Bündnisse, die die Herrschaft über Griechenland beanspruchten.
 
Im 2. Jahrhundert v.Chr. gewann auch Rom an Einfluss und vor allem nach den Erfolgen in den Punischen Kriegen gelang es Rom seine Herrschaft über Griechenland auszudehnen. Politisch gesehen verlor Griechenland seine Eigenständigkeit, obwohl der griechische Einfluss auf die römische Kultur noch ungebrochen blieb. Nach dem Zerfall des Römischen Reiches im 4. Jahrhundert wurde Griechenland in das Byzantinische Imperium integriert. Jedoch mit der Verlegung der Hauptstadt nach Konstantinopel verlor das Land zunehmend an Bedeutung. Das geschwächte Griechenland litt unter Überfällen der Slawen, Araber und Normannen. Im 15. Jahrhundert wurde das Land durch das Osmanische Reich erobert und blieb bis zum 19. Jahrhundert unter türkischer Herrschaft. Griechenland nutzte die Schwächung des Osmanischen Imperiums und nach einem Aufstand am 25. März 1821 konnte es seine Unabhängigkeit wieder erlangen. Der Befreiungskrieg dauerte jedoch bis 1830 und konnte erst nach dem Eingreifen von Russland, Großbritannien und Frankreich beendet werden. Das unabhängige Griechenland schloss aber nur den Peloponnes, Zentralgriechenland, die Kykladen und die Sporaden ein. Das politische Streben nach Wiederherstellung der historischen Grenzen dauerte bis nach dem zweiten Weltkrieg.
 
Während des 2. Weltkrieges wurde Griechenland von Deutschland okkupiert. Die linken Parteien organisierten einen Wiederstand, der sowohl gegen die deutschen Besatzer, als auch gegen die konservative griechische Regierung gerichtet war und schließlich im griechischen Bürgerkrieg (1946 - 1949) mündete. Den Kommunisten gelang es nicht, die Macht im Land zu übernehmen und Griechenland kehrte zur vorkriegszeitlichen Staatsform der Monarchie zurück. Im Jahre 1967 gelang unter Georgios Papadopoulos ein Staatsstreich, der zu einer Militärdiktatur führte. Erst im Jahre 1974 brach das Militärregime zusammen und nach einer Volksabstimmung wurde die Republik ausgerufen. Der erste Ministerpräsident Konstantin Karamanlis bereitete eine demokratische Verfassung vor, die noch heute das politische Leben in Griechenland regelt.