Großbritannien: Geographie

Das Vereinigte Königreich von Großbritannien und Nordirland ist der größte Inselstaat Europas. Es besteht aus der Hauptinsel Großbritannien, dem nordöstlichen Teil der Insel Irland, sowie zahlreichen Inseln und Inselgruppen. Von ca. 1000 dieser Inseln sind die wichtigsten Anglesey, Isle of Wight, Orkney, Hebriden und Shetland. Großbritannien und die Inseln sind umgeben von der Nordsee, dem Atlantischen Ozean, der Irischen See und dem Ärmelkanal, durch den Großbritannien von der französischen Küste getrennt ist. Der Eurotunnel stellt eine unterirdische Verbindung zwischen England und Frankreich dar. Außerdem bildet das Vereinigte Königreich mit seinem Landesteil Nordirland eine Grenze mit Irland.

Großbritannien setzt sich aus den Landesteilen England, Wales, Schottland und Nordirland zusammen und umfasst eine Fläche von 244.101 Quadratkilometern. Die Küsten (12430 Kilometer) sind durch zahlreiche Buchten und Mündungstrichter stark gegliedert. Die wichtigsten Buchten sind: Bristolkanal, Cardigan Bay, Solway Firth, Firth of Clyde, Moray Firth...

Im Norden und Westen des Landes überwiegen gebirgige Landschaften. Im Norden weisen sie eine Höhe zwischen 800 und 1300 Meter auf. Sie gliedern sich in Northwest Highlands und Grampian Mountains, die von einander durch einen schmalen Graben Great Glen getrennt sind. Der höchste Berg Großbritanniens ist der Ben Nevis mit 1343 Metern in den Grampian Mountains. Weiter südlich befinden sich die Southern Uplands, die mit dem Central Belt zu den Lowlands zusammen gefasst werden. Im zentralen Teil der Insel ist das Penninische Gebirge mit dem höchsten Berg Cross Fell (893 Meter). Im Westen erhebt sich das Kambrische Gebirge mit der höchsten Erhebung Plynlimon (752 Meter).

Den Südosten von Großbritannien dominieren Tiefebenen, die durch zahlreiche, kleine Flüsse durchzogen sind. Weiden und Äcker bestimmen das Landschaftsbild. Der südwestliche Teil der Insel verfügt über ausgedehnte Moore, aus denen an mehreren Stellen Granitformationen herausragen.

In Großbritannien gibt es eine große Anzahl an Flüssen und Seen. Der längste Fluss ist der Severn mit 355 Kilometern. Der zweitlängste und gleichzeitig bekannteste Fluss ist die Themse, die London mit der Nordsee verbindet. Weitere wichtige Flüsse sind:

  • Trent
  • Aire
  • Great Ouse
  • Wye
  • Tay

Besonders im Norden des Landes findet man zahlreiche Seen, worunter der Lough Neagh in Nordirland mit 382 Quadratkilometer. Der tiefste See Loch Morar liegt in Schottland und weist eine Tiefe von 310 Metern auf. Der berühmteste See ist zweifellos der Loch Ness, in dem ein Seeungeheuer Namens Nessie leben soll.

Das Klima in Großbritannien wird durch den Golfstrom und warme Winde vom Atlantik gemäßigt, so dass die Temperaturunterschiede zwischen Sommer und Winter nur gering sind. Die durchschnittlichen Januartemperaturen liegen bei 3 - 7°C. Im Juli liegen sie bei 11 bis 17°C. In höher gelegenen Gebieten ist der Einfluss des Golfstroms abgeschwächt, die Wintertemperaturen sinken oft unter -20° C. Die Niederschlagsmenge variiert je nach Region. Im Südosten fallen jährlich 550 bis 800 mm, im Norden bis 3000 mm. Die niederschlagreiche Periode dauert von Oktober bis Januar.

Die Vegetation Großbritanniens wurde stark zurückgedrängt, um Weiden für die Schafzucht zu schaffen. Heute wird unter 10% des Landes von Wäldern bedeckt. Es überwiegen Laubwälder (Eiche, Buche, Birke), nur in Schottland trifft man auf Mischwälder.