Irland: Geschichte

Erste menschliche Spuren auf der Insel Irland gehen auf 7000 v.Chr. zurück. Jäger aus dem benachbarten Britannien besiedelten Irland während des Mesolithikums. In der Jungsteinzeit kamen Ackerbauern und Viehzüchter in das Land, die imposante Megalithmonumente errichteten. Im 6. Jahrhundert v.Chr. eroberten die Kelten Irland. Sie schufen über 150 kleine Königreiche, die jedoch eine kulturelle und sprachliche Einheit bildeten. Mit der Zeit entstanden 5 Stammeskönigreiche: Ulster, Connacht, Meath, Leinster und Munster.
 
Während der Antike kamen weitere keltische Stämme nach Irland, die aus dem durch die Römer besetzten Britannien Zuflucht suchten. Auf diese Weise bildete das Land eine Ausnahme in Westeuropa, da hier kein römischer Einfluss spürbar war. Auch die angelsächsische Eroberung der Nachbarinsel wirkte sich zunächst nicht aus. Erst die Christianisierung Irlands im 5. Jahrhundert durch den heiligen Patrick beendete die Dominanz der keltischen Kultur. Es gelang ihm innerhalb von 30 Jahren fast die gesamte Bevölkerung zum christlichen Glauben zu bekehren. Es entstanden zahlreiche Klöster, in denen sich ein reges kulturelles Leben entwickelte. Die irischen Mönche gründeten mehrere Klöster in westeuropäischen Ländern und trugen so zur Verbreitung der christlichen Kultur bei.
 
Seit dem 8. Jahrhundert litten die Iren unter Überfällen der Wikinger, die mehrere Siedlungen (Dublin, Waterford, Limerick, Cork) gründeten und von dort aus einen prosperierenden Handel betrieben. Im Jahre 1014 besiegte die Armee des irischen Königs Brian Boru die Wikinger bei Dublin, was den Frieden im Land für die nächsten 150 Jahre sicherte. Die Anglo-Normannen unter Heinrich II. drangen im Jahre 1169 nach Irland ein und kontrollierten fast drei Viertel des Landes. In den folgenden 400 Jahren setzten die anglo-normannischen Barone Irland ihre Kultur auf und schufen eine Verwaltung nach englischem Vorbild. Im Jahre 1541 entzog Heinrich VIII. den Baronen die Macht und ließ sich zum König von Irland krönen.
 
Trotz der Reformation in England blieben die Iren zum größten Teil katholisch, was zu ständigen politischen und militärischen Spannungen zwischen beiden Ländern führte. Bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts erschütterten zahlreiche Aufstände das Land, die jedoch immer von den Engländern niedergeschlagen wurden und nach und nach verlor Irland die Reste seiner politischen Autonomie. Im Jahre 1801 vereinigten sich das irische und das englische Parlament und es entstand das Vereinigte Königreich von Großbritannien und Irland. Im Jahre 1921 spalteten sich 6 überwiegend protestantische nordöstliche Grafschaften von Irland ab und bildeten Nordirland. Die restlichen 26 Grafschaften blieben zunächst ein Staat innerhalb des britischen Imperiums, erlangten jedoch im Jahre 1949 als Republik Irland ihre Unabhängigkeit.

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