Island: Geschichte

Die ersten Spuren menschlicher Besiedlungen auf dem Gebiet des heutigen Island gehen auf das 8. Jahrhundert zurück. Jedoch erst im Jahre 874 begann mit Ingólfur Arnarson die eigentliche Landnahme durch die norwegischen Wikinger. Die Familienoberhäupter bildeten schnell eine Adelsschicht aus, die lange Zeit die reale Macht im Land hatte. Seit ca. 930 entstand das Althing, eine Repräsentantenversammlung freier Bürger, das Gesetze verabschiedete und Recht sprach. Im Jahre 1000 beschloss es die landesweite Annahme des Christentums. Die ersten schriftlichen Zeugnisse der Rechtsprechung erfolgten im Jahre 1117.
 
In der 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts wurde Island durch interne Machtkämpfe geschwächt und fiel an den norwegischen König. Im Jahre 1380 ging Norwegen (und somit auch Island) an Dänemark, das immer mehr Regierungsgewalt gewann. Mit der Reformation im Jahre 1550 verlor Island den Rest ihrer politischen Eigenständigkeit. Die Einführung des dänischen Handelsmonopols bedeutete auch eine wirtschaftliche Abhängigkeit von Dänemark. Die Auflösung des Althing im Jahre 1800 hatte eine breite Protestbewegung im Land zur Folge, die zur Wiederherstellung des Althings (1843), zur Abschaffung des Handelsmonopols (1854) und schließlich zur eigenen Verfassung (1874) führte. Diese Verfassung gab dem Althing gesetzgebende Gewalt und bei inneren Angelegenheiten ein Selbstbestimmungsrecht. Die tatsächliche Eigenständigkeit erreichte Island erst im Jahre 1918, blieb jedoch durch Personalunion des Königs von Island mit Dänemark eng verbunden.
 
Im 2. Weltkrieg wurde Island zunächst von englischen und später von amerikanischen Streitkräften besetzt, was einerseits Zerstörungen auf Island verhinderte und andererseits Arbeitsplätze im Land schuf. Noch während des Krieges wurde eine Volksabstimmung über den Status von Island durchgeführt. Die Mehrheit der Bevölkerung stimmte für die Auflösung der Union mit Dänemark und die Gründung der Republik, deren erster Staatspräsident Sveinn Björnsson wurde.

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