Italien: Geschichte

Die erste ständige Besiedlung der Apenninhalbinsel erfolgte Ende des 2. Jahrtausends v.Chr. Um 1200 v.Chr. kamen Italiker aus Mitteleuropa, später traten die Illyrer in Erscheinung, danach besiedelten Etrusker um 900 v.Chr. das Land und schließlich die Griechen im 8. Jahrhundert v.Chr. Der Legende nach wurde Rom am 21. April 753 v.Chr. von Romulus und Remus gegründet. Im 4. bis 2. Jahrhundert v.Chr. erhob sich Rom und wurde zur Hauptstadt eines mächtigen Imperiums, das sich weit über die Grenzen des heutigen Italiens erstreckte.
 
Im 5. Jahrhundert drangen die Barbaren ins Land und verwüsteten die römischen Gebiete. Nach dem Zusammenbruch des Römischen Imperiums zersplitterte das Land in mehrere Herrschaftsgebiete: Ostgoten, Byzanz, Langobarden, Kirchenstaat, Franken...
 
Im 10. Jahrhundert unternahmen die Ottonen mehrere Versuche, Italien unter ihre Oberhoheit zu bringen. Der deutsche König Otto I. sicherte sich durch die Heirat mit der Witwe des italienischen Königs Adelheid die langobardisch-italienische Krone. Er sah sich als legitimer Nachfolger der römischen Imperatoren und ließ sich im Jahre 962 als erster Kaiser des neugegründeten Heiligen Römischen Reiches krönen.
 
Im 12. Jahrhundert eroberten die Normannen Süditalien und gründeten hier das Königreich Sizilien, das die volle Unterstützung des Kirchenstaates genoss, um den Einfluss des Heiligen Römischen Reiches in Italien zu schwächen. Jedoch nach der Heirat des deutschen Kaisers Heinrich VI. mit der Erbin des normannischen Unteritaliens fiel das gesamte Land mit Ausnahme des Kirchenstaates an die Staufer. Nach der Herrschaft der Staufer im Jahre 1268 zersplitterte das Land. Aus den zahlreichen staatenähnlichen Gebilden traten besonders Genua, Mailand, Venedig und Florenz hervor. Besonders Florenz prosperierte dank ihrer fortschrittlichen Finanzpolitik und erweiterte ihren Einfluss in Europa. Von Florenz aus verbreitete sich im 14. Jahrhundert die Renaissance. Im 15. Jahrhundert versuchten die beiden europäischen Großmächte Frankreich und Spanien die politische Zersplitterung Italiens für ihre Zwecke auszunutzen. Spanien siegte über Frankreich und konnte nach dem Friedensvertrag von Cateau-Cambrésis am 3. April 1559 den größten Teil des Landes unter seine Kontrolle bringen.
 
Zu Beginn des 18. Jahrhunderts wurde Italien in den Spanischen Erbfolgekrieg verwickelt, wodurch die österreichischen Habsburger den Hauptteil der Gebiete erhielten. Mit den Kriegszügen Napoleons stellte sich in Italien ein neues Machtverhältnis zu Gunsten der Franzosen her, die um 1809 die gesamte Halbinsel kontrollierten. Außerdem modernisierte Napoleon die gesellschaftlichen Strukturen, indem er feudale Herrschaftsformen ablöste und bürgerliche Freiheiten einsetzte. Nach der Niederlage Napoleons stellte das Wiener Kongress die Herrschaft der Habsburger wieder her, gegen die sich jedoch bald Widerstand formierte. Mir der Unterstützung Garibaldis gelang es im März 1861 die meisten italienischen Gebiete zu vereinen und nach dem Deutsch-Französischen Krieg wurde auch Rom dem Königreich Italien angegliedert.
 
Zu Beginn des 1. Weltkrieges war Italien durch ein Bündnis mit Deutschland und Österreich-Ungarn verknüpft, erklärte jedoch trotzdem seine Neutralität. Im Jahre 1915 löste es sich vom Dreierbund und schloss sich der Entente an. Als eine der Siegermächte konnte Italien nach dem Krieg einige Gebiete hinzugewinnen, u.a. das österreichische Südtirol. Die wirtschaftliche und politische Krise der Nachkriegszeit erleichterte den Aufstieg der faschistischen Diktatur Mussolinis, der während des 2. Weltkrieges zum Verbündeten Hitlers wurde.
 
Der Niedergang Mussolinis im Jahre 1943 eröffnete Italien eine demokratische Entwicklung. Im Jahre 1946 wurde die Republik ausgerufen und im Jahr darauf die erste demokratische Verfassung eingesetzt. Seit dieser Zeit ist Italien ein aktives Mitglied der europäischen Gemeinschaft.