Italien: Kultur

Seit der Antike weist Italien ein außerordentlich vielfältiges kulturelles Erbe auf, das von den unterschiedlichen Kulturen des Mittelmeerraums (Griechen, Etrusker, Langobarden...) profitierte.
 
Die Entstehung der nationalen Kunst geht auf das 13. Jahrhundert zurück und ist mit den Namen Dante Alighieri, Francesco Petrarca und Giovanni Boccaccio eng verknüpft. Bereits zu dieser Zeit bestanden mehrere Universitäten in Bologna (erste europäische Universität), Padua, Neapel, Rom, Pisa und Ferrara, die eine tragende Rolle in der Verbreitung von Kultur und Wissenschaft spielten.
 
Im 15. Jahrhundert leitete Italien die europäische Renaissance ein. Die neue Weltanschauung, die den Menschen ins Zentrum des Universums rückte, prägte die Architektur, Malerei, Bildhauerei und Literatur dieser Epoche und war maßgeblich für die weitere Entwicklung der Ästhetik und Philosophie in Europa.
 
Die Architektur dieser Periode brachte mit den florentinischen Meistern Filippo Brunelleschi, Donato Bramante, Raffael, Michelangelo Buonarroti und Pietro Bernini einzigartige Werke hervor. In der Malerei entstanden neben der Florentinischen Schule (Sandro Botticelli) weitere Schulen in Padua (Francesco Squarcione), Siena (Giovanni di Paolo), Umbrien (Perugino) usw. Die Genies der italienischen Renaissance (Leonardo da Vinci, Michelangelo) beschäftigten sich nicht nur mit unterschiedlichen Bereichen der Kunst, sondern betrieben auch Wissenschaften wie Mathematik, Astronomie, Mechanik usw.

Seit Mitte des 16. Jahrhunderts lässt sich auf Grund der Gegenreformation und ausländischen Besatzung von einer dramatischen Entwicklung in der Kunst und Literatur sprechen. Diese schwere Zeit wird in den Werken von Niccolo Machiavelli, Giorgio Vasari, Ludovico Ariosto, Bernardo Tasso, Tommaso Campanella sichtbar. Im Gegensatz zum Niedergang der bildenden Künste und der Literatur, trat in der Musik eine epochemachende Entwicklung ein. Italien wird zum Geburtsort der Oper und des Gesangstils Belcanto. Im 17. Jahrhundert entwickelte sich die instrumentale Musik (Antonio Vivaldi, Arcangelo Corelli, Giuseppe Tartini). Berühmte Geigenbauer (Nicola Amati, Andrea Guarneri, Antonio Stradivari) und der Erfinder des Hammerklaviers Bartolomeo Cristofori waren wegweisend für dieses Genre. Im 18. Jahrhundert dominierte neben der Musik (Alessandro Scarlatti) auch das Theater (Carlo Goldoni, Carlo Gozzi) das Kulturleben Italiens. Die politische Situation im 19. Jahrhundert beeinflusste auch die Werke der Opernkomponisten Vincenzo Bellini, Gioachino Rossini und Giuseppe Verdi. In ihren Kompositionen spiegelten sich Freiheitsmotive mit dem Wunsch der nationalen Vereinigung Italiens wieder.
 
Am Übergang zum 20. Jahrhundert legte der Dramatiker Luigi Pirandello den Grundstein für die Entwicklung der modernen italienischen Literatur. Weitere bedeutende Schriftsteller dieses Zeitalters sind Umbero Eco,  Dario Fo und Luigi Pirandello. In der Musik traten die Ausnahmesänger Enrico Caruso und in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts Luciano Pavarotti in Erscheinung. Zu gleicher Zeit bekam auch das italienische Kino mit Roberto Rossellini und Federico Fellini internationale Anerkennung. Die Italowestern von Sergio Leone, sowie die Komödien mit Bud Spencer und Terence Hill erlangten Weltruhm.

 

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