Liechtenstein: Geschichte

Das Gebiet des heutigen Fürstentums Liechtenstein war in der Frühgeschichte von den Rätern besiedelt. Im 1. Jahrhundert v.Chr. integrierten die Römer das Territorium in die Provinz Rätien. Im Frühmittelalter unterstand das Land den Herzögen von Schwaben. Später entstanden hier die Grafschaft Vaduz und die Herrschaft Schellenberg, deren Herrschaftsbereich in groben Zügen den Grenzen des heutigen Liechtensteins entsprach.
 
Zu Beginn des 18. Jahrhunderts erwarben die österreichischen Fürsten aus dem Geschlecht der Liechtenstein die Gebiete und vereinigten sie im Jahre 1719 zum Reichsfürstentum. Im Jahre 1806 trat Liechtenstein dem Rheinbund bei und nach dessen Auflösung dem Deutschen Bund. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts war Liechtenstein eng mit Österreich-Ungarn verbunden.
 
Nach dem 1. Weltkrieg orientierte sich das Land politisch und wirtschaftlich an der Schweiz und schloss mit ihr eine Zoll- und Währungsunion. Im Jahre 1921 wurde in Liechtenstein eine neue Verfassung proklamiert, die eine konstitutionelle Erbmonarchie vorsah. Während des 2. Weltkrieges behielt das Land seine Neutralität, was den wirtschaftlichen Aufschwung begünstigte. Auch in der Nachkriegszeit wurde die wirtschaftliche Entwicklung nicht unterbrochen. Die attraktiven Steuergesetze und die kluge Finanzpolitik zogen das Kapital ins Land und ließen Liechtenstein zu einem der wichtigsten internationalen Banken- und Finanzplätze Europas werden.