Malerei

Die Malerei ist neben der Architektur und der Bildhauerei eine der wichtigsten Gattungen der Bildenden Künste. Sie besteht in der Herstellung der Kunstwerke durch das Auftragen von Farben auf eine Oberfläche. Die Komposition, das Zeichnen, das Farbenzusammenspiel und das Motiv bestimmen die Wirkung eines Werkes. Die Aufstellung der unterschiedlichen Genres stellt eine lange Liste dar: Portrait, Landschaft, Stillleben, Genrebild, sowie das historische, mythologische, abstrakte Genre u.a.

Obwohl die Malerei zu den ältesten Gattungen der Kunst gehört, spielte sie bis zum Mittelalter keine eigenständige Rolle, sondern diente der Verschönerung von Büchern, Skulpturen oder Räumen. Eine Ausnahme stellt die Ikonenmalerei in Osteuropa dar, die seit dem Frühmittelalter ein selbständiges Genre bildet und den Grundstein für die Entwicklung der russischen Portraitschule legte. In Westeuropa schuf erst die Epoche des Klassizismus die klare Trennung zwischen den unterschiedlichen Kunstgattungen und stellte eine Hierarchie der Genres in der Malerei her. Jedoch seit Anfang des 19. Jahrhunderts lockerten sich diese Genregrenzen und alle akademischen Regeln wurden in Frage gestellt. Zuerst verließen die Vertreter der Barbizon-Schule ihre Werkstätten, um in der freien Natur zu malen, dann verzichteten die Impressionisten auf eine ausgearbeitete Zeichnung, die Fauvisten revolutionierten die Farblehre, die Künstler der Abstraktion zeigten, dass die Malerei nicht unbedingt an einen Inhalt gebunden werden soll und die Surrealisten schufen in ihren Bildern eine völlig neue Realität.

Sehr oft stießen die Maler neuer Stilrichtungen auf heftigen Widerstand und erlangten erst nach langen Jahren des Leidens und der Armut ihre Anerkennung. Heute ist die Gesellschaft deutlich offener für neue Zeitströmungen geworden und die Gemäldegalerien organisieren mit gleichem Erfolg Ausstellungen der alten Meister und der modernen Kunst. Sehr große Popularität genießen jedoch die Meisterwerke mit einem hohen Bekanntheitsgrad: