Malta: Geschichte

Das Gebiet des heutigen Maltas wurde in der vorgeschichtlichen Periode wahrscheinlich durch sizilianische Völker besiedelt. Ende der Neusteinzeit wurde die Inselgruppe zum Zentrum einer rätselhaften Kultur, die beeindruckende Bauten und Denkmäler hinterließ. Die berühmteste megalithische Tempelanlage ist Ggantija auf der Insel Gozo, die zwischen 3200 und 2900 v.Chr. errichtet wurde. Man fand hier Überreste von mehr als 6000 Menschen, begraben mit kultischen Gegenständen. Diese friedliche Kultur, die überwiegend von Ackerbau, Viehzucht und Weberei lebte, existierte bis ca. 2000 v.Chr. Erst Jahrhunderte später wurde das Archipel von neuem besiedelt.
 
Auf Grund der strategisch günstigen Lage wählten die Phönizier im 8. Jahrhundert v.Chr. die Inselgruppe als Stützpunkt für ihre Kolonien. Auch die Griechen ließen sich hier nieder. Im 6. Jahrhundert v.Chr. fiel Malta unter die Herrschaft von Karthago, die eine Expansion der Griechen und Römer im Mittelmeerraum verhindern wollten. Im Jahre 217 v.Chr. gelang es Rom jedoch, die Karthager aus Malta zu vertreiben. Unter der römischen Herrschaft gelang Malta der wirtschaftliche Aufschwung und es verbreitete sich das Christentum. Nach der Aufteilung des römischen Imperiums im Jahre 395 fiel Malta zu Byzanz. Im Jahre 870 eroberten die Araber die Inselgruppe. Ihre Präsenz hinterließ tiefgreifende Spuren in der Kultur und Sprache Maltas. Unter der arabischen Herrschaft setzte sich der Islam als Staatsreligion durch.
 
Ende des 11. Jahrhunderts wurde das Archipel durch die Normannen erobert und später in das Sizilianische Königreich integriert. Dies war verbunden mit einer Rückkehr zum Christentum. Nach dem Tod des letzten normannischen Königs fiel Malta im Jahre 1194 an die Staufer. 1282 kam Malta unter spanische Herrschaft, bis der spanische König Karl I. die Insel dem Johanniterorden schenkte, der seit dieser Zeit den Namen Malteser bekam.
 
Im Jahre 1798 eroberte Frankreich die Insel, die 1814 durch Großbritannien besetzt wurde. Großbritannien errichtete hier einen militärischen Stützpunkt, der in den beiden Weltkriegen eine bedeutende strategische Rolle spielte. Für die Tapferkeit im 2. Weltkrieg bekam die Bevölkerung Maltas den Orden des Heiligen Georg verliehen. In der Nachkriegszeit strebte Malta eine Selbstverwaltung an, die im Jahre 1947 vom englischen Parlament bestätigt wurde. Seit 1964 wurde die Selbstverwaltung der Insel zur politischen Unabhängigkeit erweitert, obwohl die englischen militärischen Einrichtungen auf dem Gebiet von Malta noch bis 1979 existierten. Im Jahre 2004 wurde Malta in die Europäische Union aufgenommen.

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