Malta: Kultur

Die kulturelle Bedeutung der Republik Malta zeigt sich vor allem auf dem Gebiet der Architektur. Auf den Inseln Malta und Gozo sind mehrere Megalithbauten aus der Jungsteinzeit erhalten geblieben, wie zum Beispiel die Anlagen Ggantija und Tarxien. Eine Besonderheit stellt das Hypogäum von Hal Saflieni dar, das unter der Erde über drei Stockwerke als eine Art Labyrinth mit Gängen und Hallen errichtet wurde. Die Wände einiger Anlagen (Hagar Qim und Mnajdra) sind mit Flachreliefs verziert. Des Weiteren wurden in diesen Anlagen bemalte Keramikgegenstände und Skulpturen gefunden. Die großartigen Anlagen dienten kultischen Zwecken und sind in das Weltkulturerbe der UNESCO aufgenommen worden. Große architektonische Bedeutung haben ebenfalls die Bauwerke aus der Epoche der Spätrenaissance, als die Johanniter italienische Baumeister nach Malta einluden. Es entstanden zahlreiche Kirchen (St. John's Co-Cathedral), Festungsanlagen (Valetta) und prachtvolle Zivilbauten (Großmeisterpalast). Als Musterbeispiel dieser Zeit gilt die Erbauung der Stadt Valetta. Die heutige Hauptstadt der Republik Malta wurde nach Plänen des Architekten Francesco Laparelli geometrisch mit einem rechtwinkligen Straßennetz errichtet. Von der Präsenz der italienischen Architekten profitierten auch die maltesischen Baumeister, die seit dem Barock eine immer größere Rolle in der architektonischen Gestaltung der Städte spielten (Kathedrale Santa Marija in Victoria). Besonders prägend für das Stadtbild sind die Bauten aus dem 18. und 19. Jahrhundert im Stil des Neuklassizismus (St. Paul’s Pro-Cathedral in Valetta).
 
Der Teil der maltesischen Kultur, der in der Sprache seinen Ausdruck findet, stellt eine Mischung aus arabischen, mediterranen und englischen Einflüssen dar. Dies schuf keine günstigen Bedingungen für die Entwicklung der maltesischen Literatur. In der Renaissance erscheinen erste Werke in maltesischer Sprache. Es waren überwiegend religiöse Texte, wie zum Beispiel Übersetzungen aus der Bibel oder dem Katechismus. Erst in neuerer Zeit entwickelte sich die weltliche Literatur, unterstützt durch wissenschaftliche Gesellschaften (Vereinigung der maltesischen Schriftsteller, Philologische Gesellschaft u.a.). Die bevorzugten Genres waren der historische Roman (Guze Muscat Azzopardi, Agostino Levanzin) und die Dichtung (Rosario Briffa, Dun Karm Psaila). Der neuzeitliche Schriftsteller Oliver Friggieri wurde mit mehreren internationalen Preisen ausgezeichnet.

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