Mazedonien: Geschichte

Obwohl der Staat Mazedonien noch relativ jung ist und erst im Jahre 1945 gegründet wurde, kann er auf ein reiches geschichtliches Erbe zurückblicken.
 
Ende des 2. Jahrtausends v.Chr. wurden die Gebiete des heutigen Mazedoniens durch die antiken Makedonen besiedelt. Im 8. / 7. Jahrhundert v. Chr. entstand hier ein Königreich, das im 4. Jahrhundert v.Chr. das antike Griechenland unterwarf. Die größte Expansion erreichte das historische Makedonien während der Regierung Alexander des Großen. Er unterwarf ausgedehnte Gebiete von Südeuropa zwischen dem Mittelmeer und dem Schwarzen Meer bis nach Ägypten im Süden und Indien im Osten. Nach Alexanders Tod im Jahre 323 v.Chr. zerfiel sein Imperium in mehrere selbständige Reiche. Das Stammgebiet wurde Mitte des 2. Jahrhunderts v.Chr. durch die Römer erobert und als eine Provinz in das Römische Imperium integriert. Nach dem Zerfall des Imperiums fielen die Gebiete im Jahre 395 an das Byzantinische Reich.
 
Seit dem 6. Jahrhundert drangen die Slawen in das Gebiet des heutigen Mazedonien und assimilierten nach und nach die Bevölkerung. Mit Unterstützung der benachbarten Bulgaren leisteten sie kontinuierlich Widerstand gegen Byzanz. Im 9. Jahrhundert gewannen die Bulgaren die Oberhand und integrierten die Gebiete in das erste Bulgarische Reich. Das Byzantinische Reich wehrte sich gegen die Gebietsverluste und konnte im Jahre 1014 die Gebiete zurückerobern. Nach der Niederlage im 4. Kreuzzug im Jahre 1204 zerfiel das Byzantinische Reich und das mazedonische Territorium war von den benachbarten Ländern stark umkämpft. Im Jahre 1230 fiel das Gebiet an Bulgarien. Nach Gebietsgewinnen im Norden, gelang es den Serben auch das restliche Land im Jahre 1340 zu erobern. In der 2. Hälfte des 14. Jahrhunderts profitierten die Türken von der Zersplitterung des Landes und nahmen es ein. 500 Jahre blieb Mazedonien Bestandteil des Osmanischen Reiches. Zahlreiche Aufstände gegen die Besatzer und Autonomiebestrebungen der Balkanvölker führten zur Unabhängigkeit der Bulgaren, Serben und Griechen, die jetzt Ansprüche auf Mazedonien erhoben. Kurzfristig konnte sich Bulgarien durchsetzen, bis nach dem Berliner Kongress im Jahre 1878 Mazedonien an die Türkei fiel.
 
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts entfachte der Konflikt zwischen Griechenland, Serbien, Montenegro, Bulgarien und dem Osmanischem Reich erneut, der in die Balkankriege (1912 / 1913) mündete. Nach diesen Kriegen erhielten Griechenland und Serbien den größten Teil Mazedoniens, Bulgarien nur einen kleinen Teil im Osten des Landes. Im Jahre 1918 wurde das Territorium der heutigen Republik Mazedonien Bestandteil des Königreiches der Serben, Kroaten und Slowenen, das 1929 zum Königreich Jugoslawien wurde. Im 2. Weltkrieg okkupierte Bulgarien den größten Teil des heutigen Mazedoniens, bis es nach der Befreiung den Status eines selbständigen Subjekts innerhalb Jugoslawiens bekam. Nach der offiziellen Gründung der Sozialistischen Föderalen Volksrepublik Jugoslawien im Jahre 1946 wurde es eine der sechs Teilrepubliken des Landes.
 
Nach dem Zerfall der Föderalen Volksrepublik Jugoslawien erklärte Mazedonien im Jahre 1991 seine Unabhängigkeit. Im Jahre 1993 wurde der neue Staat unter der offiziellen Bezeichnung Ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien international anerkannt. Die ersten Jahre zeichneten sich durch Schwierigkeiten mit Griechenland und Bulgarien aus, außerdem litt das Land unter der Wirtschaftsblockade gegen Serbien, sowie unter den Konflikten mit der albanischen Minderheit. Heute sind diese Konflikte teilweise gelöst und im Jahre 2005 wurde Mazedonien als Beitrittskandidat in die EU aufgenommen.