Moldawien: Kultur

Die Kultur Moldawiens wurde von Anfang an durch die römische Kolonisierung Dakiens beeinflusst. Dieser Einfluss war so stark, dass heute die Moldauer zusammen mit den benachbarten Rumänen zu den romanischen Völkern zählen. Die Entstehung der eigentlichen moldauischen Kultur lässt sich auf das Mittelalter datieren, als rumänische Siedler um 1354 das Fürstentum Moldau gründeten. Bedingt durch die gemeinsame orthodoxe Religion, entstand eine kulturelle Nähe zu der angrenzenden Ukraine.
 
Die mündlichen Formen der Literatur entstanden im 10. / 11. Jahrhundert. Es handelte sich vor allem um Märchen, lyrische Lieder, Heldenepen oder Balladen. Besonders berühmt ist die Ballade Mioriţa, die zum ersten Mal die Bezeichnung Moldauer erwähnt. Die ersten schriftlichen Zeugnisse der moldauischen Kultur wurden in Altkirchenslawisch verfasst, das bis zum 17. Jahrhundert die Literatur prägte. Es sind Chroniken, die das Leben der einzelnen Fürsten beschreiben oder überwiegend religiöse Texte. Die Architektur dieser Periode kennzeichnet sich durch eine russisch-byzantinische Bauweise der Kirchen und Klöster (z.B. die Klöster Căpriana, Hîncu und Butuceni).
 
Seit dem 19. Jahrhundert lassen sich Strömungen aus der westeuropäischen Kultur, vor allem aus der französischen, beobachten. Die vorherrschende Stellung hatte jedoch Russland, das seinen Einfluss auf Bessarabien zu festigen suchte und immense Summen in Buchdruck und Kirchenbau investierte, wie z.B. die Kathedrale in Chişinău.
 
Als ein Teil der moldawischen Gebiete an die Sowjetunion fielen, unterstützte die sowjetische Regierung die kulturelle Entwicklung im Hinblick auf politisch „korrekte“ Kunst. Dadurch entstanden mehrere moldawische Zeitungen, die u.a. kulturellen Aspekten gewidmet wurden. Im Jahre 1927 gründete sich der Verband der Moldawischen Sowjetischen Schriftsteller mit seiner eigenen literarischen Zeitschrift „Moldawische Literatur“.

Nach der Auflösung der Sowjetunion fehlten Moldawien die Mittel für die kulturelle Entwicklung. Die Filmproduktion wurde eingestellt, die staatliche Förderung des Theaters wurde auf ein Minimum reduziert. Es entwickeln sich überwiegend die Künste, die keine großen Investitionen erforderlich machten, wie z.B. die Literatur oder Musik. Dank der finanziellen Unterstützung aus der Bevölkerung war es jedoch möglich, eine breit angelegte Restaurierung der bedeutenden religiösen Kulturgüter durchzuführen (Calaraşovca-Kloster, Kathedrale in Chişinau u.a.).

Tags: