Montenegro: Geographie

Montenegro liegt in Südeuropa im Westen der Balkanhalbinsel und grenzt an Serbien, Albanien, Kroatien und Bosnien-Herzegowina. Im Südosten liegt das Mittelmeer. Die Küstenlänge beträgt ca. 290 Kilometer. Zu Montenegro gehören auch etwa ein Dutzend Inseln im Adriatischen Meer. Meistens sind sie klein und unbewohnt, wie zum Beispiel Sveti Nikola. Einige Inseln sind mit dem Festland verbunden (Vranjina, Sveti Stefan) und weisen Wohnhäuser oder touristische Attraktionen auf. Die meist küstennahen Inseln werden gern für einen Tagesausflug besucht.

Das Relief ist überwiegend gebirgig. Es besteht aus drei unterschiedlichen Landschaften: Küste, Gebirge und Ebenen. Die Küstenregion erstreckt sich entlang der Adria und ist höchstens 10 Kilometer breit. An die Küste schließt sich das Dinarische Gebirge an, das die wichtigste geologische Formation in Montenegro darstellt. Es gliedert sich in Lovćen und Orjen an der Küste, Prokletije im Osten und Durmitor im Norden Montenegros. Die höchste Erhebung des Landes ist der Bobotov Kuk mit 2522 Metern im Bergmassiv Durmitor. Im Südwesten des Landes befindet sich eine Hochebene mit durchschnittlichen Höhen von 900 Metern, die zum Flusstal des Zeta hin abfällt. Zwischen Zeta und Skutarisee erstrecken sich flache Landschaften.

Montenegro weist ein kompliziertes hydrographisches System auf. Ein Teil der Flüsse fließt Richtung Schwarzes Meer (Drina, Piva, Lim), der andere Teil zur Adria (Morača, Zeta, Buna). Auf Grund des großen Anteils an wasserdurchlässigen Böden gibt es viele unterirdische Flüsse. Montenegro besitzt auch eine große Anzahl an Seen. Der größte ist der Skutarisee mit einer Gesamtfläche von 368 Quadratkilometern an der Grenze zu Albanien. Weitere wichtige Seen sind die künstlich angelegten Stauseen Pivsko jezero, Krupačko jezero und Slansko jezero. Außerdem befinden sich auf dem Gebiet von Montenegro zahlreiche malerisch gelegene Gletscherseen (Crno jezero, Plavsko jezero). Bekannt ist auch der Bergsee Visitorsko jezero, der zum Teil von einer schwimmenden Insel bedeckt ist.

Das Klima Montenegros ist bedingt durch die geographischen Besonderheiten. An der Küste herrscht ein mediterranes Klima mit langen trockenen Sommern (24°C) und kurzen Wintern (5°C). Die küstennahen Gebirge verhindern das Vordringen der warmen Luftmassen ins Landesinnere. Hier herrscht ein Kontinentalklima vor mit mäßig warmen Sommern und relativ kühlen Wintern. Die durchschnittliche Niederschlagsmenge variiert zwischen 500 und 1500 mm pro Jahr, obwohl sie in den küstennahen Gebieten 3000 mm erreichen kann.

Die Vegetation Montenegros ist außergewöhnlich artenreich. Ein Drittel des Staatsgebiets ist von Wäldern (Buche, Fichte, Tanne) bedeckt, fast 40% entfallen auf Weiden. Die Abholzung der Küstengebiete führte zur Bodenerosion und Entstehung mediterraner Gebüschlandschaft Macchie. Die Tierwelt ist vor allem durch Füchse, Wölfe und Wildkatzen vertreten. Auf Grund der relativ dünnen Besiedelung gibt es in Montenegro noch zahlreiche Bären, Rehe und Wildschweine. Das Meer der Adria ist reich an Fischen.