Montenegro: Geschichte

In der frühgeschichtlichen Zeit wurde das Gebiet des heutigen Montenegro von den Illyrern besiedelt, die ab dem 3. Jahrhundert v.Chr. nach und nach in das Römische Reich integriert wurden. Nach dem Zerfall des Römischen Imperiums fielen die Gebiete an Byzanz. Im 6. Jahrhundert kamen slawische Völker auf die Balkanhalbinsel, die unter byzantinischem Einfluss den christlichen Glauben annahmen.
 
Im Mittelalter nahm das Fürstentum Duklja den größten Teil des heutigen Montenegro ein. Im 14. Jahrhundert genoss das Fürstentum unter dem Namen Zeta eine weitgehende Unabhängigkeit, bis es im 15. Jahrhundert durch die Osmanen erobert wurde. Obwohl ihre Herrschaft formell bis zum Jahre 1878 andauerte, konnten sich die Türken in der Region nicht dauerhaft etablieren und die tatsächliche Macht befand sich in den Händen des Fürsten von Montenegro. Seit dem Jahre 1516 fiel sie an die Bischöfe von Cetinje, deren Amt zuerst wählbar und ab dem Jahre 1697 erblich wurde. Da die orthodoxen Bischöfe nicht heiraten durften und somit keine Nachkommen hatten, wurde die Erbfolge vom Onkel auf den Neffen übertragen.
 
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts veränderte sich die Machtstruktur in Montenegro und es erfolgte eine Aufteilung zwischen weltlicher und kirchlicher Macht. Außerdem schwächte sich mit jedem Jahre der Einfluss der Osmanen ab und nach mehreren Niederlagen waren sie gezwungen, die Unabhängigkeit Montenegros anzuerkennen. Der Berliner Kongress im Jahre 1878 besiegelte die Schaffung des unabhängigen Königreiches Montenegro.
 
Während des 1. Weltkrieges wurde Montenegro von Österreich-Ungarn besetzt, nach der Befreiung vereinte sich das Land mit Serbien zum Königreich Jugoslawien, aus dem nach dem 2. Weltkrieg die Föderative Volksrepublik Jugoslawien entstand. Nach dem Zusammenbruch Jugoslawiens blieb Montenegro zunächst in einem Verbund mit Serbien, bis ein Volksentscheid zur der Erklärung der Unabhängigkeit Montenegros am 3. Juni 2006 führte.