Neuere Geschichte

Die Ideen der Aufklärung fanden in der Französischen Revolution ihre logische Fortsetzung. Durch die Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte, sowie die Abschaffung der Monarchie erwies sich dieses Ereignis als bestimmend für die europäische Geschichte des 19. Jahrhunderts. Obwohl der Wiener Kongress versuchte, alle demokratischen Veränderungen rückgängig zu machen, war die gesellschaftliche Entwicklung nicht mehr aufzuhalten. Im Jahre 1820 entflammte eine Revolution in Spanien, die auch zu mehreren Aufständen im benachbarten Portugal führte. Im Jahr darauf begann der Befreiungskampf der Griechen gegen die türkische Herrschaft. Im Dezember 1825 protestierten junge Adelige in Sankt Petersburg gegen die Monarchie.

Mitte des Jahrhunderts erschütterten zahlreiche Aufstände fast gleichzeitig mehrere europäische Länder:

Die revolutionäre Bewegung in Italien verfolgte überwiegend das Ziel der nationalen Befreiung von der österreichischen Herrschaft und der politischen Vereinigung des Landes. Mit dem Sieg Italiens endete die Bildung der Nationalstaaten in Europa.

Die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts zeichnete sich durch eine Erhöhung industrieller Produktionsformen praktisch in allen Wirtschaftsbranchen aus, was unausweichlich zu tiefgreifenden Veränderungen in der Gesellschaftsstruktur führte. Die Differenzierung der Interessen unterschiedlicher sozialer Gruppen und die weitgehende Demokratisierung der Politik begünstigte die Tätigkeit von Gewerkschaften und Parteien. Die Sozialdemokratische Arbeiterpartei Russlands nutzte die Unzufriedenheit breiter Bevölkerungsschichten während des 1. Weltkrieges und übernahm nach der Oktoberrevolution innerhalb der Neuesten Geschichte die Macht im größten europäischen Land.