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Während des 1. Weltkrieges nutzte die Sozialdemokratische Arbeiterpartei Russlands die Unzufriedenheit breiter Bevölkerungsschichten für ihre Zwecke und übernahm nach der Oktoberrevolution die Macht im größten europäischen Land. Dieses Ereignis hatte weitreichende Folgen für die europäische Geschichte. Einerseits begünstigte es die Verstärkung der kommunistischen und sozialistischen Parteien in mehreren Ländern Europas, andererseits wurde auf Grund ideologischer Unterschiede eine stabile politische Zusammenarbeit in Europa nahezu unmöglich. Dass keine Einheit zustande kam, konnte Hitler für sich ausnutzen. Am 1. September 1939 griff er Polen an und löste damit den 2. Weltkrieg aus. Schnell übernahm Deutschland mit den Verbündeten Italien und Japan die strategische Initiative und eroberte bis 1942 Polen, Dänemark, Norwegen, Luxemburg, Belgien, Holland, Frankreich, Griechenland u.a.
 
Der Angriff auf Russland verlief nur anfangs erfolgreich. Kurz vor Moskau wurde die deutsche Armee aufgehalten und nach dem Sieg in der Schlacht von Stalingrad im Februar 1942 begann die Sowjetunion die Befreiung ihres eigenen Territoriums und danach mit Unterstützung der Alliierten Großbritannien, USA und Frankreich der restlichen okkupierten Gebiete in Europa.
 
Jedoch bereits am Ende des 2. Weltkrieges zeichneten sich tiefe politische Differenzen zwischen den alliierten Mächten ab. Europa spaltete sich in zwei Lager. In Westeuropa übernahmen die USA eine Führungsrolle, in den durch die Sowjetunion befreiten Ländern übernahmen kommunistische Regierungen die Macht. Es entstanden zahlreiche Bündnisse, sowohl wirtschaftlicher (OECD im Westen, Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe RGW im Osten), als auch militärischer Natur (NATO im Westen, Warschauer Pakt im Osten).
 
Grobe Fehler in der Organisation der Wirtschaft und das ideologische Diktat der Kommunistischen Partei der Sowjetunion führten zur Aufgabe des Sozialismus als Staatsform in fast allen Ländern Osteuropas. Dies beendete nach dem Kalten Krieg die ideologische Konfrontation zwischen dem Westen und dem Osten, bei der viele materielle und humane Ressourcen für Aufrüstung, Propaganda usw. gebunden waren. Jetzt können diese Ressourcen für die Lösung wirtschaftlicher Probleme, die Förderung der Kultur oder die europäische Integration verwendet werden.
 
Zahlreiche politische Institutionen helfen dabei, diese Politik zu gestalten. Eine der wichtigsten politischen Institutionen ist der Europarat, der nahezu allen europäischen Ländern die Möglichkeit zum Austausch über politische, soziale und wirtschaftliche Themen bietet. Die Europäische Union besitzt deutlich wirksamere Instrumente zur Durchsetzung politischer Entscheidungen, ist jedoch beschränkt auf seine Mitgliedsländer.