Neuzeit

Die europäische Neuzeit charakterisiert sich durch den Verlust des kirchlichen Monopols auf die Kultur.
 
Während der Renaissance erwachte das Interesse für die Kunst und Philosophie der Antike, deren Verbreitung durch die Erfindung des Buchdrucks nicht mehr auf klösterliche Schreiber angewiesen war. Zugleich erstarkten die europäischen Monarchien, die sich jetzt in ihrer Politik weniger auf Bischöfe, als auf Gelehrte und das Bürgertum stützten.
 
Besonders in der Frühen Neuzeit nach der Entdeckung Amerikas und des Seeweges nach Indien lebte der Handel auf. Dies führte zur Verbreiterung der europäischen Staaten auf andere Kontinente und, andererseits, zur grundlegenden Veränderung des Weltbildes, die in der Aufklärung mündete.
 
Die Ideen der Aufklärung fanden während der Neueren Geschichte in der Erklärung der Menschenrechte und mehreren Verfassungen (Frankreich, Polen, Deutschland…) ihre logische Fortsetzung. Russland war eines der letzten Länder in Europa, in dem erst während der Neuesten Geschichte eine bürgerliche Revolution stattfand, die jedoch rasch in eine kommunistische Revolution mündete. Diese Ideologie verbreitete sich vor allem nach dem 2. Weltkrieg im Osten und spaltete Europa in zwei Lager. Grobe Fehler in der Organisation der Wirtschaft und das ideologische Diktat der Kommunistischen Partei führten zur Aufgabe des Sozialismus als Staatsform in der Sowjetunion, die sich bald darauf auflöste, und anderen Ländern der Osteuropa. Dies beendete die ideologischen Konfrontationen zwischen dem Westen und dem Osten, die viele materielle und humane Ressourcen gebunden hatten und jetzt für die Lösung der wirtschaftlichen Probleme, die Förderung der Kultur oder die europäische Integration verwendet werden können.

 

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