Norwegen: Geschichte

Die ersten Spuren menschlicher Besiedelung auf norwegischem Gebiet gehen auf 10500 v.Chr. zurück. In der Antike wurde das Land von germanischen Stämmen besiedelt. Im Mittelalter intensivierten sich die Prozesse der Staatsbildung. Dabei kam es zu Eroberungszügen der Wikinger, die bis nach Nordamerika vordrangen. Auf europäischem Boden drangen sie über die heutigen Benelux-Staaten, England und Frankreich bis nach Portugal und Italien. Ende des 9. Jahrhunderts gelang es dem Wikinger-Fürst Harald Hårfagre den größten Teil des Landes unter sich zu vereinen. Er ging in die Geschichte als erster König Norwegens ein. Während seiner Regierungszeit besiedelten die Norweger Island, die Färöer und Grönland.
 
Seit Ende des 10. Jahrhundert setzte die Christianisierung des Landes ein, die vor allem durch den König Olaf II. kompromisslos vorangetrieben wurde. Ende des 13. Jahrhunderts begann die norwegische Wirtschaft zu leiden, zunächst auf Grund der landwirtschaftlichen Krise und später an den Folgen der Pestepidemie. In dieser Situation übernahm die dänische Königin Margarete I. die norwegische Krone und später dann auch die schwedische. Im Jahre 1397 rief sie die Kalmarer Union mit Dänemark, Schweden und Norwegen aus. Dieser Zusammenschluss dauerte bis zum Austritt Schwedens im Jahre 1523 und Norwegen wurde in der Folge eine Provinz Dänemarks. Der dänisch-norwegische König Christian III. führte den evangelisch-lutheranischen Glauben als offizielle Religion ein.
 
Eine Wende in der Geschichte Norwegens trat nach der Niederlage Napoleons und seines Verbündeten Dänemark im Jahre 1814 ein. Die antinapoleonische Koalition zwang Dänemark zum Abtritt Norwegens an Schweden. Dies wurde von Norwegen abgelehnt und am 17. Mai 1814 proklamierte Norwegen seine Unabhängigkeit in der Verfassung von Eidsvoll. Schweden erzwang jedoch mit militärischer Unterstützung der Großmächte die Union, räumte Norwegen aber eine breite Autonomie ein. Diese Union dauerte bis zum Jahre 1905, als das norwegische Parlament das Bündnis auflöste und den dänischen Prinzen Carl von Glücksburg zum König Norwegens mit Namen Haakon VII. wählte.
 
Wie auch im 1. Weltkrieg verfolgte Norwegen eine Neutralitätspolitik, wurde jedoch im 2. Weltkrieg von Deutschland angegriffen und der norwegische König musste ins Exil nach London. Nach der Befreiung wurde er wieder eingesetzt und ließ die Kollaborateure hinrichten, unter anderem den ehemaligen Verteidigungsminister und Ministerpräsident während der deutschen Besatzung Vidkun Quisling.
 
Nach dem 2. Weltkrieg übernahm Norwegen eine wichtige Rolle in der europäischen Zusammenarbeit, lehnte jedoch den Beitritt zur EU ab. Das politische System blieb bis heute die Konstitutionelle Monarchie.