Polen: Geographie

Polen liegt in Osteuropa und grenzt an Russland, Litauen, Weißrussland, die Ukraine, die Slowakei, Tschechien und Deutschland. Im Norden wird es durch die Ostsee begrenzt. Die Ostseeküste (788 Kilometer) ist flach und sandig, mit vielen Dünen und Nehrungen, die mehrere Buchten (Pommersche und Danziger Bucht) und Binnengewässer bilden. Die wichtigsten Inseln sind Wolin (265 Quadratkilometer) und Usedom (72 Quadratkilometer auf polnischem Gebiet).
 
Das Relief ist überwiegend flach bis hügelig. Ca. 90% des Territoriums liegen unter 300 Meter. Tiefebenen (Großpolnische, Masowische und Podlachische) nehmen den größten Teils Zentralpolens ein. Weiter südlich schließen sich Hocheben (Kleinpolnisches Hochland, Schlesisches Hochland, Lubliner Hochland) mit einer Höhe zwischen 300 und 600 Meter an. Im Südwesten erheben sich die Sudeten, deren höchster Berg die Schneekoppe mit 1602 Metern ist. Im Süden und Südwesten liegen die Karpaten mit dem höchsten Berg Rysy (2499 Meter). Nördlich der Karpaten befindet sich das Heiligkreuzgebirge mit seine höchsten Erhebung Lysica (613 Meter).

In Polen gibt es eine große Anzahl an Flüssen, die zum größten Teil in die Ostsee münden. Die zwei wichtigsten Flüsse des Landes sind die Weichsel mit 1047 Kilometern und die Oder mit 742 Kilometern auf polnischem Gebiet. In Polen gibt es mehrere Tausende Seen, die überwiegend in der Masurischen, Großpolnischen, Kaschubischen und Pommerschen Seenplatte im Norden des Landes lokalisiert sind. Die flächenmäßig größten Seen sind der Spirdingsee und der Mauersee. Außerdem befinden sich im Bergland ebenfalls zahlreiche Seen, wie zum Beispiel das malerische Meerauge mit ca. 35 Quadratmetern.
 
Auf Grund der geografischen Lage zeigt sich in Polen ein Übergang vom maritimen zum Kontinentalklima, wobei der westliche Landesteil mehr den ozeanischen Einflüssen unterliegt. Die mittleren Januartemperaturen liegen bei -3°C. Im Juli liegen sie bei 18°C. Die Niederschlagsmenge in den Ebenen beträgt 500 – 700 mm jährlich, wobei sie mit zunehmender Höhe deutlich steigen kann und Werte bis 1800 mm erreichen kann.
 
Die Vegetation in Polen ist stark durch den Einfluss der Menschen geprägt, obwohl noch fast ein Drittel des Staatsgebiets bewaldet ist. In den Gebirgsregionen dominieren Nadelwälder (Kiefern, Fichten, Lärchen und Tannen). In den Tälern wachsen Laubbäume (Eichen, Buchen, Erlen, Weiden und Pappeln). Über 20 Landschaften wurden zum Naturschutzgebiet erklärt. Der Nationalpark Bialowieza gilt als der letzte Tieflandurwald Europas. Die Tierwelt ist vor allem durch die vielfältigen Waldbewohner wie Luchse, Wildkatzen, Rehe, Wildschweine, Füchse gekennzeichnet. In den Hochgebirgen leben noch Wölfe und Braunbären. Die fast vollständig ausgerotteten Wisente und Biber werden heute in einigen Nationalparks wieder angesiedelt.

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