Portugal: Geschichte

Das Gebiet des heutigen Portugals wurde in der vorgeschichtlichen Periode von den Iberern besiedelt, die der gesamten Halbinsel ihren Namen gaben. In der frühgeschichtlichen Epoche gründeten hier die Phönizier und die Griechen ihre Kolonien, die enge Handelsbeziehung zu den Iberern unterhielten. Im 1. Jahrtausend v.Chr. drangen die Kelten ein und vermischten sich nach und nach mit der ansässigen Bevölkerung.
 
Im 2. Jahrhundert v.Chr. eroberten die Römer die Gebiete des heutigen Portugals und integrierten sie in die Provinz Lusitania. Ihre Herrschaft dauerte bis zum 5. Jahrhundert, als die Sueben und später dann die Westgoten ihre Reiche auf der Halbinsel gründeten.
 
Im 8. Jahrhundert drangen die Mauren in das Gebiet ein und herrschten bis ins 11. Jahrhundert. Im Zuge der Reconquista kamen die nördlichen Gebiete an das spanische Königreich von León und Kastilien. Im Jahre 1143 wurde das unabhängige Königreich Portugal gegründet, dessen erster König Alfons I. der Eroberer aus dem Haus Burgund, einer Seitenlinie der Kapetinger, wurde. Die Kämpfe mit den Mauren dauerten allerdings bis 1250, bis schließlich alle Gebiete befreit waren.
 
Im Jahre 1383 stirbt der letzte König aus dem Haus Burgund ohne direkten Nachkommen und das Haus Avis übernahm bis ins Jahr 1580 die Herrschaft in Portugal. Während ihrer Regierung expandierte Portugal auf Grund der Besitznahme von Gebieten in Ostafrika, Indien, Südostasien und Brasilien zum bedeutendsten kolonialen Imperium.
 
Nach dem Tod des letzten Königs aus dem Haus Avis fällt Portugal an die spanischen Habsburger. Die spanische Herrschaft wirkte sich negativ auf die Entwicklung Portugals aus und in Folge einer Adelsrevolte im Jahre 1640 erlangte das Land wieder seine Unabhängigkeit. Das Haus Braganza übernahm die Herrschaft bis 1910.
 
Am 5. Oktober 1910 wurde die Monarchie abgeschaffen und die Republik ausgerufen. Auf Grund der politischen Turbulenzen und der Parteikämpfe blieb die innenpolitische Situation noch lange instabil. Im Mai 1926 entstand im Zuge eines Militärputsches in Portugal eine Militärdiktatur. An die Spitze der Macht kam im Jahre 1932 Antonio de Oliveira Salazar, der Portugal mehrere Jahre diktatorisch führte. Nachfolger für den schwer kranken Salazar wurde im Jahre 1968 Marcello Caetano. Obwohl er einige demokratische Veränderungen im Land durchführte, blieb Caetanos Regierungsstil autoritär. Im Jahre 1974 wurde sein Regime nach der Nelkenrevolution abgesetzt. Portugal nahm Kurs in Richtung einer demokratischen Staatsform und erkannte die Unabhängigkeit seiner Kolonien an. Die Verfassung von 1976 legte ein demokratische Entwicklung des Landes fest, die im Jahre 1986 in den Beitritt zur Europäischen Gemeinschaft mündete.