Religion

Religion, als ein Glaube in übernatürliche Kräfte, begleitete die Menschheit seit der vorgeschichtlichen Periode. Beigaben prähistorischer Gräber, steinzeitliche Idole und Höhlenmalereien zeugen vom besonderen Platz der Religion in den ersten menschlichen Gesellschaften. Jedoch erlauben die archäologischen Funde aus diesen Epochen nur eine lückenhafte und hypothetische Auslegung des religiösen Kultes, dessen wichtigste Formen Fetischismus, Zoolatrie, Ahnenkult und Schamanismus waren.

Während der europäischen Frühgeschichte und Antike entwickelte sich im antiken Griechenland und Rom, aber auch bei den Germanen, Kelten und Slawen der Polytheismus mit einem umfangreichen Pantheon der Götter und übernatürlicher Wesen, die in der Regel ihren klar definierten Bereich hatten und in sich eine geordnete Hierarchie bildeten. So herrschte zum Beispiel der mächtigste aller griechischen Götter Zeus über den Himmel, sein Bruder Poseidon über die See, Apollon war der Gott des Lichts und Aphrodite die Göttin der Liebe.

Im Mittelalter wurden die polytheistischen Religionen durch den Monotheismus (das Judentum, das Christentum und der Islam) verdrängt, der den Glauben an einen einzigen Gott beinhaltet. Wenn das Judentum nur relativ wenige Anhänger in Europa hatte, verbreitete sich das Christentum sehr schnell und erreichte in den meisten Ländern den Status einer Staatsreligion.

Der Islam entstand im 7. Jahrhundert im Südosten Asiens und verbreitete sich vor allem in den Ländern Europas, die zum Teil in Asien liegen, (wie zum Beispiel Aserbaidschan, Kasachstan und die Türkei), oder über längere Zeit durch islamische Völker besetzt wurden (Albanien, Bosnien-Herzegowina u.a.). In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts vergrößerte sich auf Grund der Migration und der Intensivierung interkultureller Beziehungen der Anteil der islamischen Bevölkerung auch in den traditionell christlichen Ländern (Frankreich, Deutschland usw.). Das Gleiche gilt auch für die Präsenz der religiösen Gemeinden in Europa, die ihren Ursprung in anderen Erdteilen haben, wie zum Beispiel Buddhismus, Daoismus oder Shintoismus.

Viele Menschen finden jedoch in den traditionellen Religionen keine befriedigende Antworten und schließen sich Neuen Religiösen Bewegungen und Sekten an. Ihre Anzahl hat sich in letzter Zeit in Europa deutlich vergrößert. Außer neuchristlichen Bewegungen findet man Versuche, alte Kulte wieder zu beleben (Druidentum, Germanische Glaubensgemeinschaft), unterschiedliche esoterische und mystische Gruppierungen (Theosophische Gesellschaft, Rosenkreuzer), halbwissenschaftliche Bewegungen (Scientology) bis hin zu satanischen Kirchen.