Rumänien: Geschichte

Die ersten Spuren einer menschlichen Besiedelung auf dem Gebiet des heutigen Rumäniens gehen auf das 4. Jahrtausend v.Chr. zurück. Um 1800 v.Chr. kamen die indo-europäischen Thraker in diese Gebiete. Am Unterlauf der Donau siedelten die Geten und in Transsilvanien und der Ost- Walachei die Daker. Um 700 v. Chr. gründeten die Griechen ihre Kolonien an der Schwarzmeer-Küste und stellten Handelsbeziehungen zu den Skythen und Kelten her. Im 1. Jahrhundert drangen die Römer in weite Teile des Landes ein und integrierten diese Gebiete in die Provinzen Dakien und Mösien. Die Römer blieben hier bis zur Völkerwanderung im 4. / 6. Jahrhundert und übten einen beachtlichen Einfluss auf die Entwicklung der rumänischen Sprache und Kultur aus.
 
Im Frühmittelalter unterlagen die Gebiete des heutigen Rumäniens den unterschiedlichsten Einflüssen. Teile des Territoriums standen im Laufe der Zeit unter bulgarischer, tatarischer und ungarischer Herrschaft. Im 14. Jahrhundert konnten sich die Walachei und die Moldau als größere eigenständige Fürstentümer behaupten. Transsilvanien blieb jedoch bis zum 16. Jahrhundert unter ungarischer und danach bis zum 18. Jahrhundert unter österreich-ungarischer Herrschaft. Gleichzeitig gerieten die Walachei und die Moldau in Abhängigkeit zum Osmanischen Reich. Doch Kriege mit Russland schwächten das Osmanische Reich und im Jahre 1877 gewann Rumänien seine Unabhängigkeit. Vier Jahre später erklärte sich Rumänien zum Königreich und Karl I. aus der Dynastie Hohenzollern-Sigmaringen wurde König.
 
Im 1. Weltkrieg schloss sich Rumänien dem Bündnis mit Großbritannien, Frankreich und Russland an und konnte im Jahre 1919 nach dem gewonnenen Krieg gegen Ungarn seine Gebiete nahezu verdoppeln. Nach dem Beginn des 2. Weltkrieges kam infolge des Hitler-Stalin-Paktes ein Teil Rumäniens an die Sowjetunion, Bulgarien und Ungarn. Die Macht im Land übernahm General Antonescu, der als Verbündeter Deutschlands im 2. Weltkrieg auftrat. Ein Aufstand am 23. August 1944 beendete seine Herrschaft und Rumänien schloss sich den Alliierten an.
 
Nach dem 2. Weltkrieg geriet Rumänien unter sowjetischen Einfluss. Im Jahre 1947 wurde die Monarchie aufgehoben und die Volksrepublik Rumänien ausgerufen. Das politische und wirtschaftliche System wurde an die kommunistische Doktrin angepasst. Nach dem Zerfall der Sowjetunion kam es zu einer Revolution, die demokratische Veränderungen im Land einleitete. Im Jahre 2007 wurde Rumänien Teil der Europäischen Union.