San Marino: Geschichte

Der Legende nach wurde San Marino im Jahre 301 von dem aus Kroatien stammenden Steinmetz Marinus gegründet. Der heilige Marinus bekam die Gebiete um den Berg Monte Titano von einer reichen römischen Christin geschenkt, um hier eine christliche Gemeinde zu errichten. Höchstwahrscheinlich behielt diese Gemeinde Jahrhunderte lang ihre politische Selbständigkeit und konnte sogar ihr Territorium durch Zukauf von Nachbargebieten erweitern.
 
Im Jahre 1463 schenkte Papst Pius II. San Marino als Dank für die Unterstützung im Kampf gegen den Herren von Rimini noch umliegende Orte, womit das Staatsgebiet seine aktuelle Größe erhielt. Mehrmals litt San Marino unter Angriffen und Kriegen, bis es im Jahre 1600 seine Unabhängigkeit in der ersten Verfassung erklärte, auf deren Basis ein Schutzvertrag mit dem Papst zustande kam und im Jahre 1631 in Kraft trat. Auch die Eroberung Italiens durch Napoleon Ende des 18. Jahrhunderts veränderte nichts an der politischen Situation des Landes. In den Jahren 1830 bis 1850 fanden in San Marino zahlreiche Kämpfer für die Vereinigung Italiens Zuflucht, u.a. Giuseppe Garibaldi, der später die Staatsbürgerschaft von San Marino erhielt.
 
Im ersten und zweiten Weltkrieg blieb San Marino neutral und diente als Zufluchtsort für mehrere Tausende Flüchtlinge aus Italien und anderen europäischen Ländern. In der Nachkriegszeit wechselten sich in San Marino liberale und sozialistisch-kommunistische Regierungen ab. Auch heute beteiligt sich die aus der Kommunistischen Partei entstandene Progressiv-demokratische Partei an der Regierung mit den führenden Christdemokraten.