Schweden: Geschichte

Die systematische Besiedlung Schwedens begann bereits in der vorgeschichtlichen Epoche, als die Gletscher zurückgingen und die Menschen von Osteuropa sich weiter nach Norden verbreiteten. Während der Antike kamen die germanischen Stämme der Gauten und Svear in die südlichen Gebiete. Seit dem 9. Jahrhundert unternahmen die schwedischen Wikinger zahlreiche Überfälle auf benachbarte europäische Länder und gründeten Handelsstraßen, die durch das russische Reich bis zum Schwarzen und Kaspischen Meer führten und den Handel mit Byzanz begünstigten. Der schwedische Fürst Rurik konnte in Nowgorod seine Herrschaft durchsetzen und schuf damit die Dynastie der Rurikiden, die in Russland bis 1598 regierte.
 
Das Kernland wurde seit dem 11. Jahrhundert christianisiert und gewann an Stärke. Unter dem König Erich IX. unternahmen die Schweden Kreuzzüge gegen Finnland und konnten im 12. / 13. Jahrhundert das benachbarte Land unterwerfen. Die Machtkämpfe zwischen der Krone und dem Adel schwächten Schweden, so dass die dänische Königin Margarete I. den schwedischen Herrscher Albert von Mecklenburg zur Abdankung zwingen konnte und im Jahre 1397 schließlich Dänemark, Norwegen und Schweden in die sogenannte Kalmarer Union vereinigte. Ständige Auseinandersetzungen zwischen Dänemark und Schweden prägten das folgende Jahrhundert. Ein Aufstand im Jahre 1521 unter der Führung von Gustav Wasa führte zur Unabhängigkeit Schwedens.
 
Während der Regierung von Gustav Wasa (1523 – 1560) wurde eine Reihe von Reformen durchgeführt, die die Grundlange für die Schaffung eines Nationalstaates bildeten:

  • Trennung vom Katholizismus und Reformation,
  • Erklärung des Königs zum Oberhaupt der Kirche,
  • Einführung der Erbmonarchie...

Im 17. Jahrhundert trat Schweden als eine Großmacht im Ostseeraum auf und konnte einige Gebiete von Dänemark, Russland, Polen und Deutschland gewinnen. Die militärische Stärke Russlands setzte jedoch im 18. und 19. Jahrhundert der Expansionspolitik Schwedens ein Ende und reduzierte die Gebiete auf das heutige Schweden und Teile Vorpommerns. Die militärischen Niederlagen schwächten auch die Monarchie, deren Macht im Jahre 1809 durch eine Verfassung begrenzt wurde. Außenpolitisch verfolgte Schweden zunächst einen pronapoleonischen Kurs und setzte ein Jahr später Napoleons Marschall Jean-Baptiste Bernadotte als König Karl XIV. Johann ein. Nach den Napoleonischen Kriegen wechselte Schweden zur antinapoleonischen Koalition und bekam im Anschluss an den Wiener Kongress Norwegen, das bis 1905 in Union mit Schweden blieb. Jedoch verlor Schweden die Gebiete in Vorpommern. Seit dieser Zeit verfolgte Schweden eine Neutralitätspolitik und beteiligte sich nicht an politischen Bündnissen. Erst nach dem 2. Weltkrieg übernahm Schweden einen aktiven Part an der europäischen Zusammenarbeit. Es war Gründungsmitglied des Europarates und trat im Jahre 1995 der EU bei.