Serbien: Geschichte

In der frühgeschichtlichen Zeit wurde das Gebiet des heutigen Serbien von den Illyrern und Kelten besiedelt, die ab dem 3. Jahrhundert v.Chr. nach und nach in das Römische Reich integriert wurden. Nach dem Zerfall des Römischen Imperiums fielen die Gebiete an Byzanz. Im 6. / 7. Jahrhundert kamen slawische Völker auf die Balkanhalbinsel, die unter byzantinischem Einfluss im 9. Jahrhundert den christlichen Glauben annahmen. Um ihre Gebiete vor den mächtigen Nachbarländern (Bulgarien, Ungarn, Byzanz) zu schützen, wurden auf dem Gebiet des heutigen Serbien kleinere militärische Gebilde errichtet, die von Županen geleitet wurden. Besonders einflussreich war das Gebiet von Raszien, dessen Župan Stefan Nemanja in der 2. Hälfte des 12. Jahrhunderts zum ersten Fürsten ganz Serbiens wurde. Sein Sohn Stefan II. wurde im Jahre 1217 zum ersten „König aller Serben“ gekrönt.

Seine Blütezeit erlebte Serbien im 14. Jahrhundert unter der Herrschaft von Stefan Uroš IV. Dušan. Nach den Siegen über Bulgarien konnte er sein Gebiet bis nach Griechenland ausdehnen und erhob sich selbst zum Kaiser der Serben und Griechen. Nach seinem Tod zersplitterte das Land und verlor an militärischer Stärke, was dem Osmanischen Reich zur Eroberung Serbiens verhalf. Mit der Niederlage auf dem Amselfeld am 28. Juni 1389 begann die türkische Herrschaft, die formell bis 1878 andauerte, obwohl Serbien im Jahre 1817 nach mehreren Aufständen eine weitgehende Autonomie erhielt. Nach der Niederlage der Türkei in den Balkankriegen festigte der Berliner Kongress Serbien als einen unabhängigen Staat unter der Herrschaft des Fürsten Mihailo Obrenović. Im Jahre 1882 wurde das Fürstentum Serbien in ein Königreich umgeformt.

Während des 1. Weltkrieges wurde Serbien von Österreich-Ungarn besetzt, nach der Befreiung vereinte sich das Land mit Montenegro zum Königreich Jugoslawien, aus dem nach dem 2. Weltkrieg die Föderative Volksrepublik Jugoslawien entstand. Nach dem Zusammenbruch Jugoslawiens blieb Serbien zunächst in einem Verbund mit Montenegro, bis ein Volksentscheid zur der Erklärung der Unabhängigkeit Montenegros am 3. Juni 2006 führte. Am 17. Februar 2008 rief auch der Kosovo seine Unabhängigkeit von Serbien aus, jedoch betrachtet Serbien den Kosovo als eine Autonome Provinz innerhalb Serbiens.