Spanien: Geographie

Spanien mit den Kanarischen Inseln im Atlantik und den Balearen im Mittelmeer, sowie den zwei Städten Ceuta und Melilla an der nordafrikanischen Küste und den Inseln (Islas Chafarinas, Peñón de Vélez de la Gomera, Alhucemas, Alborán, Perejil und die Islas Columbretes) umfasst eine Fläche von 504782 Quadratkilometer. Nach Russland, der Ukraine und Frankreich nimmt Spanien die viertgrößte Fläche Europas ein.

Spanien liegt in Südeuropa auf der Iberischen Halbinsel und grenzt im Norden an Frankreich und Andorra, im Südwesten an die britische Kronkolonie Gibraltar, im Süden an Marokko und im Westen an Portugal.

Der Atlantik bildet die natürliche Grenze im Norden und Westen, das Mittelmeer im Südosten und Gibraltar im Süden. Die Küsten Spaniens sind überwiegend schwach gegliedert. Durch die dicht am Meer gelegenen Pyrenäen ist die Nordküste wenig zugänglich. Die Westküste ist jedoch besser erreichbar, da die bis ins Meer reichenden Flussarme natürliche Häfen bilden. Im Osten und Südosten ist die Küste stärker gegliedert und weist zahlreiche Buchten auf: u.a. die Golfe von Valencia, Almeria, Malaga und Cadiz.

Das Relief von Spanien ist durch Gebirgskämme und Hochebenen charakterisiert, die ca. 60% der Landesfläche einnehmen. Im Nordosten erstrecken sich auf 440 Kilometer die Pyrenäen, die eine Höhe bis zu 3404 Meter (Pico de Aneto) erreichen. Einen zentralen Teil des Landes nimmt die Hochebene von Meseta ein, die von allen Seiten von Gebirgen umrahmt wird. Mit einer Fläche von über 200 Tausend Quadratkilometern ist sie die größte europäische Hochebene. Durch das Kastilische Scheidegebirge wird sie in die nördliche und die südliche Meseta unterteilt. Im Norden der Meseta liegt das Kantabrische Gebirge, im Osten das Iberische Randgebirge, im Süden die Sierra Morena. Im Westen geht die Meseta in die Extremadura über. Entlang der südöstlichen Mittelmeerküste erstreckt sich die Betische Kordillere, die aus mehreren Gebirgszügen und –massiven besteht, worunter der größte die Sierra Nevada ist. Der höchste Berg dieses Massivs und gleichzeitig des Kernlandes ist der Mulhacen mit 3482 Metern. Entlang der Mittelmeerküste verläuft das Katalonische Bergland mit dem höchsten Gebirgszug Montseny, dessen Gipfel zum Teil 1700 Meter erreichen.
 
Die Kanarischen Inseln sind vulkanischen Ursprungs, wobei die größte Insel Teneriffa auch die höchste Erhebung gesamt Spaniens aufweist (Pico del Teide mit 3718 Metern).

Die Tiefebenen Spaniens nehmen relativ wenig Raum ein. Im Nordosten liegt die Aragonische Ebene und im Südwesten befindet sich das Andalusische Tiefland. Zum Mittelmeer hin verlaufen die Küstenlandschaften Valencia und Murcia, die zwei weitere Ebenen bilden.

Die größten Flüsse Spaniens sind:

  • der Ebro, mit 910 Kilometer der längste Fluss Spaniens,
  • der Duero, 895 Kilometer,
  • der Tajo, mit 1007 Kilometer der längste Fluss der Iberischen Halbinsel,
  • der Guadiana, 818 Kilometer,
  • der Guadalquivir, 657 Kilometer.

Eine wirtschaftliche Bedeutung für den Schiffsverkehr hat nur der Fluss Guadalquivir.

Die geografische Lage bestimmt die unterschiedlichen klimatischen Bedingungen in Spanien. Der Nordwesten des Landes wird vom Atlantikklima mit mäßig warmen Sommern und milden, aber feuchten Wintern geprägt. Im Landesinneren und im Osten herrscht das Kontinentalklima vor mit sehr trockenen heißen Sommern und kalten (bis –10°C) Wintern. Im Südosten dominiert das Mittelmeerklima mit langen heißen Sommern und warmen feuchten Wintern. Die Niederschlagsmenge verteilt sich unregelmäßig auf dem Landesgebiet. Die Gebiete im Nordwesten sind mit bis zu 2000 mm pro Jahr am niederschlagsreichsten, während die von den Bergen geschützten Ebenen am Mittelmeer nur 200 bis 400 mm pro Jahr aufweisen.

Die Vegetation Spanien ist außergewöhnlich vielfältig. Ca. 35% der Landesfläche sind bewaldet, jedoch nur ein Fünftel davon sind hochgewachsene Wälder. In feuchten Gebieten dominieren Eichen, Buchen, Eschen und Kastanien. In trockenen Regionen wachsen immergrüne Eichen (Steineichen, Korkeichen) und Pinien. Gehölze, wie z.B. Johannisbrotsträucher, Erdbeerbäume und Oleander bilden die einzigartige Macchie. Die Vegetation des Berglandes nimmt mit der Höhe ab, von Steineichen über Sträucher bis zu Wiesen, die zahlreiche seltene Gräser beherbergen. Große Flächen in Spanien werden landwirtschaftlich genutzt. Hier wachsen außerordentlich gut Getreide, Wein, Oliven und Zitrusfrüchte.