Zypern: Geschichte

Das Gebiet des heutigen Zypern wurde bereits in der Steinzeit dauerhaft besiedelt, wovon die berühmte Ausgrabungsstätte in Chirokitia zeugt. Im 3. Jahrtausend v.Chr. beginnt die Bronzezeit auf der Insel, wodurch sich der Kupferhandel mit den benachbarten Völkern intensivierte. Von der lateinischen Bezeichnung für Kupfer (cyprium) leitet sich auch der Name der Insel ab. Im 14. Jahrhundert v.Chr. siedelten griechische Kolonisten auf Zypern und gründeten erste Städte (Paphos, Salamis, Kourion). Im 8. Jahrhundert v.Chr. kamen die Phönizier auf die Insel und ließen sich in der Nähe des heutigen Kiti nieder. Mit der Zeit entstanden auf Zypern 10 Königreiche, die durch den Handel schnell zu Wohlstand kamen, was sie jedoch zu begehrenswerten Angriffszielen machte. Die Insel wurde nacheinander von Assyrern, Ägyptern und Persern eingenommen, bis Alexander der Große sie in sein Reich integrierte.
 
Im 1. Jahrhundert v. Chr. eroberten die Römer Zypern und machten sie zu ihrer Provinz. Nach dem Zerfall des Römischen Reiches ging die Insel an das Byzantinische Imperium, das sich jedoch von ständigen Angriffen der Araber bedroht sah. Erst im Jahre 965 gelang es Byzanz Zypern endgültig für sich zu gewinnen. Im Jahre 1191 besetzte Richard Löwenherz die Insel und übergab sie später an die Templerritter unter Guy de Lusignan. Seine Nachkommen regierten Zypern bis 1489, als die letzte Königin Caterina Cornaro aus der Dynastie der Lusignan abdankte und die Regierung an die Venezianische Republik übergab. Die Schwächung von Venedigs Macht nutzte das Osmanische Reich und eroberte die Insel im Jahre 1571. Im Jahre 1878 wurde Zypern unter britische Verwaltung gestellt.
 
Im 1. Weltkrieg annektierte Großbritannien die Insel und erklärte sie im Jahre 1925 trotz Widerstandes der griechischen Bevölkerung zu ihrer Kolonie. Mit der Zeit manifestierte sich der Wunsch des griechischen Teils der Bevölkerung nach einer Vereinigung mit Griechenland immer stärker, was zu zahlreichen Aufständen führte und Spannungen mit der türkischen Bevölkerung auslöste. Diese Differenzen endeten auch nicht nach der Erlangung der Unabhängigkeit Zyperns im Jahre 1960 und verschärften sich noch nach einem Putsch 1974, als die pro-griechische Militärjunta die Insel mit Griechenland vereinen wollte. Die Türkei entsandte ihre Truppen nach Zypern und besetzte den Nordteil des Landes. 1983 wurde in diesem Landesteil die Türkische Republik Nordzypern ausgerufen, die jedoch international nicht anerkannt wurde. In der Folge gab es zahlreiche Vermittlungsversuche, die zu einer gewissen Entspannung der Lage führten, ohne jedoch die Teilung der Insel aufzuheben.

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